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AKWL: Rabattverträge schaffen Lieferausfälle

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Lieferprobleme bei Standardarzneimitteln machen den Apothekern immer mehr zu schaffen. Die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL), Gabriele Regina Overwiening, hält diesen Zustand für inakzeptabel: «Es ist skandalös, dass in einem Land, das einmal als ‚Apotheke der Welt‘ galt, viele Menschen wochenlang auf ihr gewohntes Arzneimittel verzichten müssen.» Vor allem bei Schilddrüsenpräparaten gebe es große Lieferschwierigkeiten. Aber auch eine Reihe von Antibiotika sei derzeit nicht lieferbar, sagte Overwiening heute vor den Delegierten der Kammer in Münster. Als Ursache des Problems nannte die Kammerpräsidentin an erster Stelle die Rabattverträge zwischen Arzneimittelherstellern und Krankenkassen. «Die Rabattverträge zwischen Herstellern und Krankenkassen sorgen zunehmend für Konzentrationsprozesse auf dem Arzneimittelmarkt.» In der Folge gebe es für viele Präparate nur noch wenige, manchmal sogar nur noch einen Hersteller und dieser produziere in Indien oder China. «Wenn dort Produktionsprobleme auftreten, führt dies oft für viele Wochen oder Monate zu Lieferproblemen in Deutschland», sagte Overwiening. Krankenhausapotheken hätten schon seit einigen Jahren mit diesen Problemen zu kämpfen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft stelle immer wieder fest, dass in den Kliniken monatlich im Schnitt 20 bis 25 Arzneimittel (vier bis sechs Prozent der eingesetzten Präparate) nicht zur Verfügung stehen. Betroffen seien häufig Krebsmedikamente und Antibiotika. (dr/gm)

 

27.11.2013 l PZ

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