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Typ-2-Diabetes: Erster SGLT-2-Hemmer zugelassen

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Mit Dapagliflozin (Forxiga®) hat der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse der Antidiabetika die Zulassung in Europa erhalten. Das melden die Hersteller Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca. Dapagliflozin ist ein selektiver und reversibler Inhibitor des Natrium-Glucose-Cotransporters-2 (Sodium-Glucose-Cotransporter-2, SGLT-2), der insulinunabhängig überschüssige Glucose aus dem Körper entfernt.

 

Wie funktioniert das? An der Regulation des Glucosestoffwechsels sind maßgeblich auch die Nieren beteiligt. Diese filtern üblicherweise 180 g Glucose täglich und resorbieren diese aus dem Primärharn zurück in den Blutkreislauf. SGLT-2 ist ein wichtiger Natrium-Glucose-Cotransporter in der Niere und ein insulinunabhängiger Weg für die Rückresorption der Glucose ins Blut. Durch eine selektive Inhibition von SGLT-2 lässt sich die Rückresorption reduzieren und somit die Ausscheidung überschüssiger Glucose mit dem Harn forcieren. Genau dies macht Dapagliflozin.

 

Der Wirkstoff ist als einmal tägliche orale Medikation zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Typ-2-Diabetikern zugelassen. Er ist indiziert als Ergänzung zu Diät und Bewegung in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen einschließlich Insulin oder als Monotherapie bei Patienten, bei denen die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit als ungeeignet erachtet wird.

 

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mit Dapagliflozin 10 mg behandelten Patienten zum Therapieabbruch führten, waren erhöhtes Kreatinin im Blut (0,4 Prozent), Harnwegsinfektionen (0,3 Prozent), Übelkeit (0,2 Prozent), Schwindel (0,2 Prozent) und Hautausschlag (0,2 Prozent). (ss)

 

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16.11.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Sean Gladwell