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Studie: Deutsche halten sich für gesund

Die meisten Deutschen bewerten ihren Gesundheitszustand als «sehr gut» oder «gut». Dies ist das Ergebnis der Studie «Gesundheit in Deutschland aktuell» (GEDA) des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach machten 75 Prozent der Männer und 69 Prozent der Frauen diese Aussage. Im Rahmen der Studie führt das RKI regelmäßig Telefoninterviews mit Menschen ab 18 Jahren durch. Für die aktuelle Auswertung wurden 2009 und 2010 insgesamt 22.050 Bundesbürger befragt.

 

Jüngere Menschen sind laut der Untersuchung heute seltener chronisch krank als noch vor neun Jahren. Der Anteil bei den unter 30-Jährigen lag bei Frauen um 9, bei Männern um 5 Prozent niedriger als noch 2003. Insgesamt leiden jedoch immer mehr Deutsche an Asthma und Diabetes. Der Anteil der Erwachsenen, die mindestens einmal im Leben die Diagnose Asthma bronchiale bekamen (Lebenszeitprävalenz), hat sich demnach bei den Frauen von 6 Prozent im Jahr 2003 auf 9,6 Prozent im Jahr 2010 erhöht (Männer: von 5,2 auf 7,9 Prozent). Bei den über 45-Jährigen Frauen verdoppelte er sich sogar. Ähnlich sieht die Entwicklung beim Diabetes mellitus aus: 2003 lag die Lebenszeitprävalenz für erwachsene Männer bei 5,4 Prozent, aktuell waren es 8,5 Prozent (Frauen: von 6,8 auf 8,8 Prozent). Jeder fünfte über 65-Jährige in Deutschland ist mittlerweile zuckerkrank.

 

Auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Immer mehr Patienten leiden etwa unter erhöhtem Blutdruck. Zudem stieg die Zahl der fettleibigen Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 kg/m2 von 12,5 auf 15,6 Prozent (Männer: von 12,8 auf 16,1 Prozent). Übergewicht, also einen BMI von mehr als 25, weisen inzwischen 60 Prozent der deutschen Männer und 44 Prozent der Frauen auf.

 

Erfreulich: Die Deutschen werden sportlicher und rauchen weniger. Der Anteil der Menschen, die mindestens vier Stunden pro Woche sportlich aktiv sind stieg bei den Frauen von 15,1 auf 17,7, bei den Männern von 22,5 auf 25,4 Prozent. Die Raucherquote sank dagegen bei den Männern von 38,3 auf 33,9 Prozent, bei den Frauen von 28,9 auf 26,2 Prozent. Das RKI warnte jedoch vor schädlichem Alkoholkonsum: Ein Drittel der deutschen Männer und ein Fünftel der Frauen konsumierten demnach Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen.

 

Während die GEDA-Telefonstudie hauptsächlich zeitliche und regionale Trends veranschaulicht, führt das RKI im Rahmen seiner Langzeitanalyse «Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland» (DEGS) auch körperliche Untersuchungen durch. Die letzten DEGS-Ergebnisse wurden im Juni veröffentlicht. (ah)

 

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Langzeitstudie: Wie gesund ist Deutschland?, Meldung vom 14.06.2012

GEDA-Bericht (externer Link)

 

06.09.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Tilly