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Notdienst: Diese Medikamente gehören in jede Apotheke

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Eine konkrete Liste mit Notfallmedikamenten soll in Hessen die Palliativversorgung erleichtern. Das hessische Sozialministerium einigte sich mit Apothekerverband und Apothekerkammer auf sieben Wirkstoffe, die während des Notdienstes in möglichst jeder Apotheke in verschiedenen Darreichungsformen vorrätig gehalten werden sollen. Die Liste soll auch den Ärzten zur Verfügung gestellt werden. Damit soll die Verschreibung im akuten Notfall erleichtert werden.

 

«So kann der Arzt oder die Ärztin jederzeit durch einen Anruf mit dem Apotheker oder der Apothekerin klären, welches Medikament am Besten geeignet ist und kann dieses verordnen», erklärte die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, Erika Fink. «Wir Apothekerinnen und Apotheker haben damit Planungssicherheit und wissen, welche Medikamente aus diesem Bereich im Notdienst gefragt sind», sagte der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes (HAV), Peter Homann.

 

Während die Bevorratung mit Betäubungsmitteln ohne weitere Konkretisierung mit der neuen Apothekenbetriebsordnung für alle Apotheken im Juni zur Pflicht geworden ist, ist die Einhaltung der neuen Liste für die hessischen Apotheken nicht zwingend, erläuterte eine Sprecherin des HAV der Pharmazeutischen Zeitung auf Nachfrage. Verbandsmitglieder können das Dokument in Kürze über den internen Bereich der HAV-Website herunterladen. Gelistet sind folgende Arzneistoffe jeweils in bestimmten Dosierungen: Morphin (Injektionslösung, Tropfen, Retardtabletten), Fentanyl (Pflaster, Nasenspray), Lorazepam (Plättchen), Diazepam (Rektallösung), Dimenhydrinat (Suppositorien, Tabletten), Haloperidol (Tropfen) und Butylscopolamin (Injektionslösung).

 

«Mir ist es wichtig, dass wir den Menschen, die an einer schweren oder unheilbaren Krankheit leiden, die Möglichkeit eröffnen, in ihrem häuslichen Umfeld und bei ihrer Familie versorgt zu werden», betonte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU). «Die Hessische Vereinbarung zwischen dem Land und den Apothekenverbänden konkretisiert diese Regelung und geht sogar noch darüber hinaus. So ermöglichen wir eine gute Palliativversorgung in Hessen.» (db)

 

09.07.2012 l PZ

Foto: ABDA