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Medikamentenrecherche: Besser den Apotheker fragen

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Patienten sollten sich nicht auf die eigene Internetrecherche zu Medikamenten verlassen, warnt die Landesapothekerkammer (LAK) Baden-Württemberg. «Häufig haben kranke Menschen eine falsche Vorstellung davon, welche Arzneimittel ihnen helfen können», heißt es in einer Pressemitteilung. Nach einer Studie der LAK schlägt das Apothekenpersonal bei jeder zehnten Frage zur Selbstmedikation eine andere Maßnahme vor, als sich der Kunde ursprünglich vorgestellt hat, zum Beispiel ein anderes Präparat, eine nicht medikamentöse Therapie oder einen Arztbesuch. Allein in Baden-Württemberg geschehe dies im Durchschnitt täglich in 29.000 Fällen.

 

Im beratungsfreien Internet hätten sich diese Patienten höchstwahrscheinlich eine weniger geeignete bis unpassende Therapie verordnet. LAK-Präsident Dr. Günther Hanke, betont daher die Vorteile der persönlichen Beratung in der örtlichen Apotheke: So kenne das Apothekenpersonal häufig die Krankgeschichten der Patienten und könne Unverträglichkeiten sowie Nebenwirkungen identifizieren und verhindern. Unklarheiten könnten Apotheker oder PTA direkt mit dem Patienten klären und im Zweifel den behandelnden Arzt hinzuziehen – schnell und unkompliziert. Die Informationsflut aus dem Internet zu Gesundheitsfragen werde die Beratung durch den Apotheker daher niemals ersetzen können, folgert die LAK im Rahmen ihrer Aufklärungskampagne www.apotheken-informieren.de. Auf der Website erhalten interessierte Apotheken Informationsmaterial, unter anderem das abgebildete Plakat. (db)

 

11.07.2012 l PZ

Foto: LAK Baden-Württemberg