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Kabinett segnet Apothekenbetriebsordnung ab

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Die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) hat heute das Bundeskabinett passiert. Damit kann die Novelle nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft treten. Ob dies bereits zum 1. Juni der Fall sein wird, ist noch unklar. «Wir haben die Apothekenbetriebsordnung modernisiert und unterstützen damit die wohnortnahe Versorgung durch inhabergeführte Apotheken», sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Information und Beratung spielten in Apotheken bereits heute eine große Rolle und würden nun weiter gestärkt. Bereits Ende März hatte der Bundesrat der neuen ApBetrO mit einigen Änderungen zugestimmt. Die Verabschiedung der Novelle im Kabinett ließ jedoch lange auf sich warten.

 

Dem Vernehmen nach war das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zunächst nicht ganz einverstanden mit den  Änderungen der Länderkammer. So hatte der Bundesrat unter anderem gegen die ursprünglich geplanten Sonderregeln für Filialen gestimmt. Auch in Zukunft müssen nun alle Apotheken ein Labor haben, Rezepturen herstellen und Ausgangsstoffe prüfen. Mit dem Votum der Länder würde die vorgesehene Entscheidungsfreiheit des Apothekenleiters über die Laborausrüstung wieder eingeschränkt, schreibt das Ministerium in einer Pressemiteilung. Auch die ursprünglich geplante Möglichkeit, Ausgangsstoffe nur noch in einer Apotheke eines Filialverbundes zu prüfen, hätte nach Meinung des BMG keine sicherheitsrelevanten Nachteile gebracht. Der mit der Novelle geplante Bürokratieabbau könne nun lediglich teilweise realisiert werden. Insgesamt könnten jedoch «die Ziele der Apothekenbetriebsordnung hinsichtlich einer verbesserten Arzneimittelsicherheit und einer besseren Versorgung auch mit den Maßgaben des Bundesrates erreicht werden». (sch)

 

Mehr zum Thema Apothekenbetriebsordnung: Hier finden Sie den Originaltext des Entwurfs sowie eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen.

 

09.05.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Daevid