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Arzneimittel: Notversorgung für Griechenland geplant

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bereitet die pharmazeutische Industrie eine Notversorgung mit den wichtigsten Medikamenten für Griechenland vor. Hintergrund ist die drohende Insolvenz des Landes. Auch beim argentinischen Staatsbankrott 2002 lieferten einige Hersteller eine zeitlang kostenlos Medikamente. Der europäische Pharmaverband bestätigte Reuters Gespräche über die Lage in Griechenland, Einzelheiten nannte er jedoch nicht. «Es gibt eine moralische Pflicht, die Versorgung fortzusetzen», sagt Simon Friend, der sich bei der Wirtschaftsberatung Pricewaterhouse-Coopers auf die Pharmabranche konzentriert, gegenüber Reuters. «Griechenland ist kein großer Markt, die meisten Pharmaunternehmen können sich das also leisten.» Die Notversorgung würde jedoch nur die wichtigsten Medikamente umfassen.

 

Bereits seit Monaten herrscht in Griechenland ein Medikamentenengpass. Apotheker und Kliniken erhalten nur verspätet oder aber gar kein Geld von den Krankenkassen, viele Patienten können den gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteil von 10 bis 25 Prozent nicht mehr zahlen. Während einige Pharmaunternehmen nur noch gegen sofortige Bezahlung nach Griechenland liefern, räumen andere Firmen noch Zeit zum Rechnungsausgleich ein. Dem griechischen Pharmaverband zufolge schulden die heimischen Kliniken den Herstellern inzwischen rund 1,2 Milliarden Euro, schreibt Reuters. (db)

 

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21.05.2012 l PZ

Foto: Fotolia/kolibra