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Rauchverbot schützt auch das Herz

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Seit in den meisten Kneipen und Bars in Deutschland nicht mehr geraucht werden darf, mussten deutlich weniger Menschen wegen der Herzerkrankung Angina pectoris in ein Krankenhaus aufgenommen werden als vor Einführung der Nichtraucherschutzgesetze. Das geht aus einer Studie der DAK hervor, deren Ergebnisse heute in Berlin präsentiert wurden. Demnach zeigte sich der positive Einfluss des Rauchverbots auch bei der Zahl der Herzinfarkte. Diese stabilisierte sich, nachdem sie zuvor jahrelang kontinuierlich angestiegen war.

 

Für die Studie wertete das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung IFT-Nord im Auftrag der DAK die Daten von 3,7 Millionen Versicherten der Krankenkasse aus den Jahren 2004 bis 2008 aus. Berücksichtigt wurde die Anzahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund von Angina pectoris und Herzinfarkt vor und nach Einführung der Nichtraucherschutzgesetze. In der Indikation Angina pectoris war die Zahl der Klinikeinweisungen zuvor jahrelang stabil gewesen. Nach Einführung des Rauchverbots ging sie um 13 Prozent zurück. Die Zahl der Herzinfarkte sank zwar nicht, nahm aber nach der Gesetzesänderung auch nicht weiter zu. Der ansteigende Trend der vorangegangenen Jahre wurde damit gebrochen.

 

Der Rückgang beziehungsweise die Stagnation der Fallzahlen ersparte nicht nur vielen Menschen Leid, sondern auch der Krankenkasse Behandlungskosten. Das IFT-Nord berechnete die Kostenersparnis für die DAK auf insgesamt 7,7 Millionen Euro. «Hochgerechnet auf alle gesetzlichen Kassen bedeutet das ein Einsparvolumen von 150 Millionen Euro», sagte Professor Dr. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK. Dabei seien die Kosten für andere tabakrauchassoziierte Krankheiten wie COPD, Bronchitis und Lungenkrebs noch nicht einmal berücksichtigt. Angesichts dieser Evidenz für den Nutzen des Nichtraucherschutzes appellierte Rebscher an die Politik, für ein einheitliches und ausnahmsloses Rauchverbot zu sorgen, wie es beispielsweise in Bayern bereits eingeführt wurde. (am)

 

13.03.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Turi