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Medikamenten-Rückstände verseuchen Wasser und Böden

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In deutschen Gewässern und Böden finden sich nach Auskunft des Umweltbundesamts immer häufiger Rückstände von Medikamenten. Wie das Amt nach der Auswertung mehrerer Studien feststellte, wurden bundesweit 24 Arzneistoffe nachgewiesen, die ein hohes Potenzial haben, die Umwelt zu schädigen. So könnten Analgetika wie Diclorfenac etwa Nierenschäden bei Fischen hervorrufen, teilte das Umweltbundesamt am Mittwoch in Dessau mit.

 

Insgesamt seien 156 Stoffe nachgewiesen worden. Wie sich die Substanzen auf die Umwelt auswirken, werde bisher nicht systematisch untersucht. Der Präsident des Umweltbundesamte, Jochen Flasbarth, forderte ein zulassungsbegleitendes Umweltmonitoring: «Eine bessere Überwachung soll helfen, Belastungsschwerpunkte und ökologische Auswirkungen von Medikamenten zu erkennen und die medizinische Versorgung umweltverträglicher zu gestalten.»

 

Nach Aussagen des Umweltbundesamts gelangen täglich mehrere Tonnen Arzneistoffe über menschliche Ausscheidungen ins Abwasser. Viele Wirkstoffe werden unverändert ausgeschieden. Zusätzlich entsorgen viele Bürger Altmedikamente unsachgemäß über die Toilette – schätzungsweise mehrere hundert Tonnen pro Jahr. Die Kläranlagen verfügen nicht über eine spezielle und ausreichende Filterleistung.

 

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08.02.2012 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Andrey Armyagov