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Rheumatoide Arthritis: Bestimmte Arzneistoffe ohne Nutzen

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Muskelrelaxanzien und Neuromodulatoren haben bei der Schmerztherapie von Patienten mit Rheumatoider Arthritis einen zweifelhaften Nutzen. Australische Forscher fanden für zwei Cochrane-Reviews nur wenige Studien mit kleiner Patientenzahl. Sechs Studien mit insgesamt 126 Teilnehmern untersuchten die Wirkung von Diazepam, Triazolam und Zopiclon. Über einen Zeitraum von 1 bis 14 Tagen genommen, zeigten sie keinen Effekt auf die Schmerzen, wohl aber die typischen Nebenwirkungen wie Schwindel und Benommenheit.

 

Vier Studien mit insgesamt 141 Teilnehmern untersuchten die Schmerzlinderung durch das zentralwirksame Analgetikum Nefopam, topisch appliziertes Capsaicin sowie von über die Mundschleimhaut verabreichten Cannabis-Extrakt über ein bis sieben Tage. Hinweise auf eine Überlegenheit gegenüber Placebo waren schwach, während bei allen drei Therapieoptionen Übelkeit, Schwitzen, Benommenheit, trockenes Gefühl im Mund sowie lokale Irritationen plus substanzspezifische Nebenwirkungen auftraten. Die mildesten Nebenwirkungen traten bei Capsaicin auf, sodass die Wissenschaftler Capsaicin als einzigen der untersuchten Arzneistoffe zur Schmerzbehandlung in Erwägung ziehen. Eine klare Empfehlung sprechen sie auch für diese Präparate nicht aus. Vom Gebrauch von Nefopam und Cannabis in dieser Indikation raten sie ganz ab. Nefopam ist nicht in der Lauer-Taxe gelistet; ein Cannabis-Präparat ist nur für Multiple-Sklerose-Patienten mit Spastiken zugelassen. (db)

 

Doi: 10.1002/14651858.CD008921.pub2

Doi: 10.1002/14651858

 

19.01.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Kaulitzki