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Galantamin-Lösung mit fehlerhafter Dosierpipette

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Jeweils einer Charge der Arzneimittels Galantamin 4 mg/ml Lösung zum Einnehmen von Hexal und 1A Pharma liegen fehlerhaft beschriftete Dosierpipetten bei, meldet die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker in einer dringenden Arzneimittelmeldung. Es besteht die Gefahr einer vierfachen Überdosierung. Die Chargen CA4800 (Hexal) und CA4798 (1A Pharma) dürfen daher nicht abgegeben werden. Hexal bittet, entsprechende Präparate an die Retourenabteilung der Salutas Pharma GmbH (Otto-von-Guericke-Allee 1, 39179 Barleben) zu schicken. 1A Pharma bittet, entsprechende Präparate zunächst unter Quarantäne zu stellen.

 

Galantamin ist ein reversibler, zentral wirksamer Acetylcholinesterase-Hemmer, der als Antidementivum eingesetzt wird. Typisch für eine Überdosierung sind Muskelschwäche und Faszikulationen, bei denen es zu sichtbaren, reglosen, blitzartigen Kontraktion von Muskeln ohne Bewegungseffekt kommt. Der Patient kann in eine cholinerge Krise mit folgenden Symptomen rutschen: starke Übelkeit und Erbrechen, vermehrter Speichel- und Tränenfluss, Blasen- und Darmentleerung, Schwitzen, Bradykardie, Hypotonie bis hin zu Krampfanfällen und Kollaps. Durch die Muskelschwäche sind Bronchospasmen bis hin zu lebensbedrohlichen Atemwegsbehinderungen möglich. Bewusstseinsverlust und Herz-Rhythmus-Störungen sind ebenfalls möglich. (db)

 

06.01.2012 l PZ

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