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Schütteltrauma: Auch Blutergüsse im Rückenmark

Geschüttelt zu werden, ist für Säuglinge lebensgefährlich. Da die Muskulatur des Nackens noch nicht stark genug ist, um den Kopf zu halten, schwingt dieser beim Schütteln stark hin und her und es bilden sich Blutergüsse unter der harten Hirnhaut (Dura mater). Da Babys, die geschüttelt wurden, keine äußeren Verletzungen aufweisen, sind diese sogenannten subduralen Blutergüsse für Ärzte ein wichtiger Hinweis auf ein Schütteltrauma. Jetzt haben Radiologen und Pädiater der Uniklinik in Innsbruck herausgefunden, dass häufig auch der Wirbelkanal betroffen ist, der das Rückenmark schützt. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) mit.

 

Starkes Schütteln von Babys und Kleinkindern ist laut DEGUM eine der häufigsten Formen von Kindesmisshandlung. Etwa ein Viertel aller Babys mit Schütteltrauma stirbt daran. In Deutschland sind das pro Jahr etwa 100 bis 200 Säuglinge. Überlebt das Kind, bleiben oft schwerwiegende geistige und körperliche Behinderungen zurück. Nicht immer steckt böser Wille hinter einem Schütteltrauma: Schreien Babys stunden- oder gar nächtelang, kommt es vor, dass Eltern aus Verzweiflung oder Überforderung die Kontrolle über sich verlieren und ihr Kind heftig schütteln. (am)

 

16.12.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Dyakonova