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Treuhand-Prognose: Erträge sinken weiter

Die Apotheken müssen sich auf weiter sinkende Rohgewinne und Unternehmerlöhne einstellen. Dr. Frank Diener von der Steuerberatungs­gesellschaft Treuhand Hannover stellte die aktuellen Hochrechnungen für 2011 und 2012 beim Managementkongress von Pharmazeutischer Zeitung und Lauer-Fischer auf Mallorca vor.

 

Demnach sinkt der Rohgewinn in Prozent vom Nettoumsatz im Jahr 2010 von 26,3 Prozent in Westdeutschland auf 25,7 Prozent, in Ostdeutschland von 24,1 auf 23,5 Prozent. Für die typische Apotheke in Deutschland, der größten Betriebsgruppe (18 Prozent), mit einem Jahresumsatz von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro ergibt sich folgendes Bild: Der Nettoumsatz steigt im Vergleich zum Vorjahr leicht von 1,299 auf 1,312 Millionen Euro. Der Rohgewinn sinkt von 336 000 auf 325&nbsp,000 Euro. Das entspricht 25,9 beziehungsweise 24,8 Prozent des Nettoumsatzes.

 

Das Betriebsergebnis vor Steuern geht von 75 000 (5,8 Prozent) auf 60 000 Euro (4,6 Prozent) zurück. Als Verfügungsbeitrag für den Apothekeninhaber bleiben statt 39 000 nur noch 29 000 Euro – das ist höchstens genauso viel wie bei einem angestellten Approbierten. Im Westen werden in diesem Jahr 28 Prozent der Apothekeninhaber weniger als 50 000 Euro letztlich zur Verfügung haben. Im Osten sind es 20 Prozent.

 

Für 2012 bestehen noch weitere Unsicherheitsfaktoren. Im positivsten Szenario geht die Treuhand von ähnlichen Ergebnissen wie 2011 aus, im schlimmsten Fall von noch weniger Ertrag. Diener riet, die Option Filiale zu prüfen. Einzelfallabhängig könne damit das Ergebnis verbessert werden. «Sie müssen auf jeden Fall intensiver mit Ihren Handelspartnern über die Konditionen verhandeln», sagte der Ökonom. Die Betriebsprozesse muss der Inhaber weiter optimieren. Außerdem riet Diener, gutes Personal zu rekrutieren und die Mitarbeiter richtig zu führen und zu motivieren. Ein guter Apothekenleiter sollte sich mehr Zeit für die Auswahl und Motivation seines Personals nehmen als für das Aushandeln von Konditionen beim Großhandel.

 

Die Treuhand rechnet damit, dass im kommenden Jahr 400 Inhaber aufgeben müssen und die Filialisierung fortschreitet, sodass insgesamt 200 Betriebe schließen müssen. Den anderen Apothekern riet Diener, dies als Chance zu sehen. Eine Prognose sei sicher: Es wird härter im Markt. (db)

 

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07.11.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Metzger