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Rheumatoide Arthritis: Neue Arzneimittel in der Pipeline

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Anlässlich des heutigen Welt-Rheuma-Tags hat die Pharmaindustrie die Entwicklung neuer Medikamente für den rheumatischen Formenkreis angekündigt. Bis zu sieben Präparate könnten bis 2015 auf den Markt kommen, kündigte der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) an. Neben neuen Biologika sollen auch oral verfügbare Wirkstoffe darunter sein. Einige der Kandidaten werden auch für Kinder geprüft. Zudem durchlaufen gerade die bereits für Erwachsene zugelassenen Antikörper Infliximab, Golimumab und Canakinumab Studien mit Kindern.

 

Unter den potenziellen neuen Antirheumatika finden sich zwei neue Tyrosinkinase-Inhibitoren. Bislang werden die in Deutschland zugelassenen Vertreter dieser Klasse vor allem bei Krebs eingesetzt. Fostamatinib von Astra-Zeneca und Tofacitinib von Pfizer sollen dagegen bei rheumatoider Arthritis zum Einsatz kommen. Fostamatinib ist der erste Wirkstoff, der sich gegen die Milz-Tyrosinkinase (Syk) richtet, die vor allem in blutzellbildenden Geweben exprimiert wird. Es soll verschiedene Zelltypen reversibel blocken, die bei rheumatoider Arthritis an Inflammationsprozessen und Gewebezerstörung beteiligt sind. Tofacitinib hemmt die Januskinase-3, die vor allem in Immunzellen exprimiert wird und an der Signalübermittlung beteiligt ist.

 

Zu den neuen Biologika gegen rheumatoide Arthritis zählen Sirukumab von Janssen, Secukinumab von Novartis und Veltuzumab von Nycomed. Sirukumab ist ein humaner Antikörper, der sich gegen Interleukin-6 richtet. Er soll die Symptome bessern und die Progression der Erkrankung stoppen oder zumindest aufhalten. Secukinumab ist ebenfalls ein humaner Antikörper, der Interleukin-17a als Ziel hat. Veltuzumab ist ein humanisierter Antikörper, der sich gegen den CD20-Rezeptor auf B-Lymphozyten richtet. (db)

 

12.10.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Marina Grau (Symbolbild)