Pharmazeutische Zeitung online

EU bleibt bei Werbeverbot für Rx-Medikamente

Die pharmazeutische Industrie darf weiterhin nicht beim Verbraucher für verschreibungspflichtige Arzneimittel werben. Die neue EU-Richtlinie zur Patienteninformation belässt es aller Voraussicht nach in diesem Punkt bei der bestehenden Regelung. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» (FTD) bleibt klassische Werbung verboten. Dies geht nach einem Bericht der Zeitung aus dem noch nicht veröffentlichten Entwurf der Richtlinie zur Patienteninformation hervor. Sie ist der dritte und damit letzte, noch nicht beschlossene Teil des vom damaligen EU-Kommissar Günter Verheugen auf den Weg gebrachten Pharmapakets.

 

Nach dem FTD-Bericht will der für Gesundheit zuständige Kommissar John Dalli der Industrie immerhin erlauben, Patienten mit Broschüren oder Internetangeboten zu bedienen, wenn diese aktiv danach fragen. Die Informationen sollen aber vor der Abgabe von nationalen oder europäischen Behörden freigegeben werden.

 

Die Richtlinie zur Patienteninformation soll heute oder morgen von der EU-Kommission verabschiedet werden. Danach müssen die Mitgliedsstaaten im gemeinsam darüber entscheiden, bevor die einzelnen Länder das Gesetz in nationales Recht umsetzen. In Deutschland gibt es starke Vorbehalte dagegen, der pharmazeutischen Industrie mehr Werbemöglichkeiten einzuräumen. Apotheker, Ärzte, Krankenkassen und das Bundesgesundheitsministerium lehnen dies gemeinsam ab. (dr)

 

11.10.2011 l PZ

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