Rotes Fleisch und Wurst erhöhen Diabetesrisiko |

Wer im Alter nicht an Diabetes erkranken möchte, sollte weniger rotes Fleisch wie Rind, Lamm und Schwein essen. Wissenschaftler konnten bei der Auswertung von drei großen Studien mit insgesamt mehr als 200 000 Teilnehmern einen deutlichen Hinweis finden, dass rotes Fleisch das Diabetesrisiko erhöht – vor allem in verarbeiteter Form, zum Beispiel als Wurst.
So steigert der täglich Verzehr von 100 Gramm unverarbeitetem roten Fleisch (entspricht einem kleinen Rindersteak) das Diabetesrisiko um etwa 19 Prozent. Wer jeden Tag 50 Gramm verarbeitetes Fleisch isst, zum Beispiel zwei bis drei Scheiben Salami, erhöht sein Risiko sogar um 51 Prozent. Andere Risikofaktoren für Diabetes wie Bewegungsmangel und Übergewicht rechneten die Forscher um Frank Hu von der Harvard School for Public Health bei ihrer Analyse heraus.
Umgekehrt kalkulierten die Wissenschaftler, dass ein Austausch der Fleischportion gegen andere proteinhaltige Nahrungsmittel wie Nüsse, Halbfett-Milchprodukte und Vollkorn das Risiko für Typ-2-Diabetes um 16 bis 35 Prozent reduziert. Im «American Journal of Clinical Nutrition» raten sie daher zu einer Ernährungsumstellung. Für ihre Studie verwendeten die Forscher Daten aus den «Nurses’ Health Studien» sowie der «Health Professional Follow-up Studie». Darin notierten die Teilnehmer über viele Jahre ihre Essgewohnheiten und wurden medizinisch regelmäßig untersucht.
Auf welche Weise der Verzehr von rotem Fleisch zu Diabetes führen kann, ist noch nicht geklärt. Eine Theorie ist, dass das in relativ großen Mengen enthaltende Eisen durch oxidativen Stress die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüsen schädigt. Die in Wurst enthaltenen Nitrite und Nitrate könnten im Körper in Form von Nitrosaminen die Zellen schädigen. (db)
doi: 10.3945/ajcn.111.018978
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12.08.2011 l PZ
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