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Neues personalisiertes Medikament gegen Hautkrebs

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Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat einen neuen Tyrosinkinase-Inhibitor gegen Hautkrebs zugelassen. Vemurafenib (ZelborafTM, Genentech) ist für Patienten mit metastierendem oder inoperablem Melanom im Spätstadium, wenn der Tumor die Genmutation BRAF V600E aufweist, bestimmt. Einen entsprechenden Test hat die FDA parallel zugelassen.

 

Das BRAF-Protein reguliert normalerweise das Zellwachstum. Bei etwa der Hälfte der Melanompatienten in späten Stadien liegt eine Mutation vor. Vemurafenib blockiert die Funktion des mutierten Proteins.

 

Da es für Melanome, den gefährlichsten Hautkrebstypen, bislang nur wenige Therapiemöglichkeiten gibt, durchlief Vemurafenib ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Der Arzneistoff wurde an 675 Patienten mit entsprechender Genmutation im klinischen Spätstadium geprüft. Die Patienten hatten zuvor keine andere Behandlung erhalten. Die Hälfte erhielt statt Vemurafenib das Zytostatikum Dacarbazin. Im Vergleich verbesserte Vemurafenib die progressionsfreie Überlebenszeit sowie das Gesamtüberleben.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Gelenkschmerzen, Ausschlag, Haarverlust, Fatigue, Übelkeit und erhöhte Hautempfindlichkeit bei Sonneneinstrahlung. Jeder vierte Patient entwickelte unter der Therapie eine andere, mildere Form von Hautkrebs, sogenannte Plattenzellkarzinome, die operativ behandelt wurden.

 

Der Hersteller hat auch Zulassungsanträge in der EU, Schweiz und anderen Ländern eingereicht. (db)

 

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18.08.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Peter Atkins