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Organtransplantation: An Medikamente erinnern

Transplantierte profitieren von einer pharmazeutischen Betreuung durch den Apotheker profitieren. Das belegen Studien laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Verglichen wurde der Behandlungsverlauf lebertransplantierter Patienten, die von Ärzten und Apotheker in herkömmlicher Art behandelt beziehungsweise beraten wurden, mit lebertransplantierten Patienten, die zusätzlich von einem Apotheker pharmazeutisch betreut wurden.

 

Den pharmazeutisch betreuten Patienten wurden in mehreren Gesprächen von einem Krankenhausapotheker unter anderem die Wirkungsweise und Nebenwirkungen der Immunsuppressiva, die Begleitmedikation oder die Selbstkontrolle ausführlich erläutert. Unterstützt wurden die Gespräche durch schriftliches Informationsmaterial. Die Pharmazeutische Betreuung durch einen Apotheker verbesserte die Compliance signifikant. «Die Behandlung mit Medikamenten wird effektiver, wenn der Patient gemeinsam durch Arzt und Apotheker umfassend und nachhaltig informiert und betreut wird», kommentiert Professor Dr. Irene Krämer, Direktorin der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz.

 

Nach einer Organtransplantation müssen Patienten lebenslang Arzneimittel zur Unterdrückung von Immunreaktionen gegen das fremde Organ, einnehmen. Folgen einer mangelnden Therapietreue bei der Arzneimitteleinnahme können Abstoßungsreaktionen oder sogar Organversagen sein. So verdreifacht Non-Compliance beispielsweise das Risiko der Abstoßung einer transplantierten Niere. «Die Annahme, dass transplantierte Patienten nach der oft langen Wartezeit auf ein Spenderorgan besonders therapietreu seien, stimmt leider nicht», sagt Krämer.

 

Unter dem Motto «In jedem steckt ein Lebensretter» klären die Apotheken anlässlich des Tags der Apotheke am 9. Juni 2011 über Organspende auf. Initiator der Kampagne ist die ABDA, die mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) kooperiert.

 

06.06.2011 l PZ/ABDA

Foto: ABDA