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Organspende: Mehrheit will sich aktiv entscheiden

Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Thema Organspende sind 41 Prozent der Deutschen für die sogenannte Entscheidungslösung. Diese sieht vor, dass sich jeder Bürger für oder gegen eine Organspende ausspricht und diese Entscheidung etwa im Personalausweis oder auf dem Führerschein dokumentiert wird. 23 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Widerspruchslösung aus. Damit wird jeder, der sich zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat, automatisch zum Organspender. Jeder dritte Bürger will hingegen, dass es bei der zurzeit geltenden Zustimmungslösung bleibt. Danach ist nur derjenige Organspender, der dies ausdrücklich in einem Organspendeausweis festgehalten hat.

 

An der Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse nahmen mehr als 1000 Männer und Frauen teil. Davon besitzen nur 18 Prozent einen Organspendeausweis, obwohl 86 Prozent angaben, der Organspende grundsätzlich positiv gegenüberzustehen. Ein Problem ist offenbar die mangelnde Aufklärung über das Thema, besonders bei jungen Menschen. In der Gruppe der 26- bis 35-Jährigen fühlt sich die Hälfte der Befragten nicht ausreichend informiert. 

 

Die deutschen Apotheker wollen das Thema Organspende angesichts solcher Zahlen stärker in die Öffentlichkeit bringen. Zum diesjährigen «Tag der Apotheke» am 9. Juni informieren sie über Organspenden und wollen damit Vorurteile ausräumen. In mehr als 10 000 Apotheken bundesweit werden zudem Organspendeausweise verteilt. Initiator der Kampagne ist die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, die mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation kooperiert. (sch)

 

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31.05.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Reitz-Hofmann