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Kapferer heißt jetzt Noweda

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Vor drei Jahren hat der genossenschaftliche Pharmagroßhändler Noweda den Konkurrenten Kapferer übernommen. Seit Anfang April ist der Familienbetrieb auch an die EDV der neuen Muttergesellschaft angeschlossen. Damit sind für den Noweda-Vorstandsvorsitzenden Wilfried Hollmann die Voraussetzungen für eine Umfirmierung erfüllt. «Der Name Kapferer ist nun Geschichte. Jetzt ist Noweda im Gebäude drin. Deshalb steht jetzt auch Noweda draußen dran», sagte Hollmann bei einer Pressekonferenz am Kapferer-Stammsitz in Mosbach. Mit der Integration der Kapferer-Niederlassungen in Mosbach, München, Chemnitz und Saarbrücken kommt Noweda seinem Ziel einer bundesweiten Präsenz wieder ein Stück näher. Mit dem bereits begonnenen Neubau in Peine hat das Unternehmen mit Stammsitz in Essen nun 15 Standorte im Bundesgebiet und einen Marktanteil von rund 15 Prozent. Die noch bestehenden weißen Flecken auf der Landkarte (Norddeutschland, Nordbayern und Südwestdeutschland) will das Unternehmen mittelfristig ebenfalls besetzen. Bevorzugt über neue Niederlassungen. Hollmann schließt aber auch weitere Übernahmen nicht aus, «wenn sich uns eine gute Gelegenheit bietet». In nächster Zeit will das Unternehmen seinen Expansionsdrang allerdings zügeln. Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz habe auch der Noweda zugesetzt, sagte Hollmann.

 

Hollmann zeigte sich mit dem Verlauf der Übernahme sehr zufrieden. Man habe sich von Beginn an darauf verständigt, dass es keine Gewinner und Verlierer geben dürfe. Das bestätigten auch die Verkäufer, die Brüder Claus und Wolfgang Kapferer. Natürlich wären sie am liebsten selbstständig geblieben, sagte Claus Kapferer bei der Pressekonferenz. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten dies aber nicht zugelassen. Nun sei man froh, dass Noweda alle Mitarbeiter und Auszubildende übernommen habe. Insgesamt sei die Belegschaft seit 2008 sogar gewachsen. Auch beim Umsatz liegen die Kapferer Standorte im Plus. Übernommen hat Noweda den Familienbetrieb mit einem Umsatz von rund 550 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr steuerten die ehemaligen Kapferer-Niederlassungen knapp 650 Millionen Euro zum Noweda-Umsatz von rund 3,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2011/11 bei. (dr)

 

20.04.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Friis-Larsen