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Japan: Kinderimpfstoffe unter Verdacht

Die japanischen Behörden haben vorsorglich das Ruhen der Zulassung von zwei Impfstoffen für Kleinkinder angeordnet, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung waren vier Kleinkinder gestorben. Nach vorläufigen Erkenntnissen waren jedoch drei der vier Kinder schwer krank, sodass nicht unbedingt ein kausaler Zusammenhang besteht.

 

Bei den Vakzinen handelt es sich um den auch hierzulande erhältlichen Pneumokokken-Impfstoff Prevenar® von Pfizer sowie ActHIB® von Sanofi-Aventis, der vor Hämophilus-influenzae-Bakterien schützt.

 

Die Todesfälle traten Anfang März auf. Die Kinder starben innerhalb von ein bis drei Tagen nach der Impfung mit einer der beiden Vakzinen bei gleichzeitiger Verabreichung einer Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Polio.

 

Nach ersten Informationen des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts besteht derzeit kein Anlass zur Besorgnis. Prevenar® sei seit rund zwei Jahren in Japan auf dem Markt und 1,5 Millionen Mal verimpft worden. Rein statistisch lägen die vier Todesfälle daher im Bereich der normalen Sterberate. Zwei der Kinder seien schwer herz- und lungenkrank gewesen; ein Kind litt unter einem schweren akuten Infekt. Beim vierten Kind deute einiges auf den plötzlichen Kindstod hin. Die japanischen Behörden wollen nun aufklären, ob ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung besteht. (db)

 

07.03.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Naumov