Apotheker fürchten Großhandelskartell |

Die Apotheker befürchten eine Kartellbildung im Pharmagroßhandel. «Wir gehen davon aus, dass auch die Kartellbehörden bereits ein Auge auf die jüngsten Aktivitäten des pharmazeutischen Großhandels in Deutschland geworfen haben», sagte Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) solle Wort halten und ein Kartell der Großhändler verhindern. «Wir fordern die Politik auf, uns endlich gegen den maßlosen Auftritt des Großhandels zur Seite zu stehen.»
Der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) hatte heute bekannt gegeben, dass die Gewinnspanne der Großhändler nach den neuesten Halbjahreszahlen drastisch gesunken sei. Der DAV bezweifelt diese Angaben jedoch. «Die Zahlenspiele des Phagro waren schon bei den AMNOG-Beratungen zweifelhaft», heißt es in einer Pressemitteilung. Der Phagro habe dabei Zahlen für 2009 präsentiert, obwohl einige Branchenvertreter noch nicht einmal ihre Bilanz fertig gestellt hätten. Einzelne Unternehmen würden zudem ihre Zahlen gar nicht offenlegen, kritisiert der Apothekerverband weiter. «Das Phagro-Zahlenwerk soll die milliardenschweren Handelsunternehmen arm rechnen und ihnen ermöglichen, die Last auf die Apotheken abzuwälzen», sagte Becker. «Der Großhandel soll seine Last selbst tragen.» Bemerkenswert sei zudem, dass die Zahl der Apotheken in Deutschland sinke, während die Großhändler große Summen in neue Niederlassungen und eigene Apothekenmarken investierten. (db)
Lesen Sie dazu auch
Großhandel: Gewinn sinkt bereits ohne AMNOG
09.12.2010 l PZ
Foto: Fotolia/by-studio