Pharmazeutische Zeitung online

Insuline: Vertrag entscheidet über weitere Versorgung

Ab morgen dürfen Insulin detemir und Insulin glargin Typ-2-Diabetikern nur noch in Ausnahmefällen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Der entsprechende Entschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom März dieses Jahres wurde heute im Bundesanzeiger veröffentlicht. Hintergrund ist eine negative Kosten-Nutzen-Analyse im Vergleich zu Humaninsulin. Demnach dürfen die lang wirkenden Analoga Insulin glargin (Lantus®, Sanofi-Aventis) und Insulin detemir (Levemir®, Novo Nordisk) nur noch Typ-2-Diabetikern verordnet werden, die gegen intermediär wirkende Humaninsuline allergisch sind. Insulin glargin darf außerdem weiterhin Patienten verordnet werden, bei denen im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie auch nach individueller Therapiezielüberprüfung und individueller Anpassung des Ausmaßes der Blutzuckersenkung ein hohes Risiko für schwere Hypoglykämien bestehen bleibt.

 

Die Regelung gilt jedoch nur, solang die Insulinanaloga teurer sind als die Humaninsuline. Krankenkassen können im Einzelnen mit den Herstellern entsprechende Verträge aushandeln, die ihren Mitgliedern die weitere Versorgung der rekombinanten Insuline sichert. Novo Nordisk berichtete heute, dank entsprechender Verträge 61 Prozent der gesetzlich Krankenversicherten weiter mit Levemir versorgen zu können, darunter unter anderem die DAK, die Techniker Krankenkasse und fast alle Allgemeinen Ortskrankenkassen. Sanofi-Aventis teilte am 9. Juli mit, bereits Verträge mit 121 Krankenkassen (65 Prozent der GKV-Versicherten) abgeschlossen zu haben. Dazu zählen unter anderem die Barmer-GEK und die AOK Baden-Württemberg. Mit weiteren Krankenkassen sei man in Verhandlung.

 

Mehr zum Thema Diabetes

 

14.07.2010 l PZ

Foto: Fotolia/LesScholz