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Multinationalität: Knochenmarkspender schwer zu finden

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Kinder aus internationalen Ehen haben es oft schwer, einen geeigneten Knochenmarkspender zu finden. Um diesen Leukämiekranken künftig besser helfen zu können, will die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion in München starten. «Es ist schwieriger, wenn ein Elternteil etwa aus dem Irak kommt und einer aus Deutschland», sagte Andrea Stahr von der DKMS im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.  Da Menschen ihre Gewebemerkmale zur Hälfte vom Vater und zur Hälfte von der Mutter hätten, könne es bei Patienten mit einem Migrationshintergrund zu sehr seltenen Kombinationen kommen, erläuterte Stahr. Bei der DKMS sind derzeit 2,2 Millionen Spender angemeldet, davon haben 100 000 einen Migrationshintergrund.

 

Man könne nicht von typisch deutschen, türkischen oder iranischen Gewebemerkmale sprechen. Die Verteilung sei allerdings je nach Region verschieden. «Der Unterschied im Vorkommen ist vor allem zwischen Europäern und Asiaten sehr hoch», so Stahr. Kinder mit diesen Elternteilen hätten möglicherweise weniger «genetische Zwillinge». Laut Expertin bedeutet das «aber noch lange nicht, dass nicht überall ein Spender gefunden werden kann».

 

Geeignete Spender müssen nicht automatisch denselben Migrationshintergrund haben wie der Patient. «Jemand mit türkischen Eltern kann genauso gut einen deutschen Spender finden», so Stahr. Nach Angaben der DKMS kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren sein Knochenmark spenden. Von den 2,2 Millionen Mitgliedern der DKMS seien bislang 20 000 tatsächlich als Spender infrage gekommen

 

03.06.2010 l PZ/dpa

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