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Forschung: Lernen nach dem Schlaganfall

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In einem Drei-Millionen-Euro-Projekt wollen Jenaer Wissenschaftler erforschen, warum das Lernen nach einem Schlaganfall so mühsam und oft vergeblich ist. «Langfristig geht es auch darum, neue Therapieansätze zu entwickeln, mit denen die Lernfähigkeit des Gehirns wiedererlangt werden kann», erklärte Neurobiologin Siegrid Löwel in einer Mitteilung. In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall und müssen oftmals erneut laufen, sprechen und essen lernen. Mehr als zwei Drittel tragen bleibende Schäden davon. Bekannt sei, dass durch den Sauerstoff-Mangel im Gehirn bei einem Schlaganfall auch Hirnregionen geschädigt werden, die sich nicht in direkter Nähe des Hirnschlages befinden, erklärte Löwel. Diese verlieren die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu verknüpfen und damit die Grundlage von Lernprozessen.

 

Den Ursachen für die eingeschränkte Lernfähigkeit nach einem Schlaganfall wollen die Forscher nun mit Experimenten an Mäusen auf den Grund gehen. Am Mausmodell ließen sich Lernvorgänge besonders gut studieren, hieß es. Dabei bedienen sich die Wissenschaftler bildgebender Verfahren wie der Zwei-Photonen-Mikroskopie, mit der die Aktivität einzelner Nervenzellen visualisiert werden kann. An dem Projekt, das Löwel koordiniert, ist neben Universität und Universitätsklinikum in Jena auch das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen beteiligt. Das Bundesforschungs-ministerium unterstützt das Vorhaben mit mehr als drei Millionen Euro für zunächst drei Jahre.

 

17.08.2009 l dpa

Foto: Fotolia/Yakobchuk