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Selbstmedikation: Vorsicht bei Analgetika

Schmerzmittel sollten nur nach einer individuellen Beratung durch den Apotheker eingenommen werden. «Schmerzmittel werden häufig unkritisch angewendet – teilweise mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit», warnt Apotheker Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. «Alle Schmerzmittel unterliegen der Apothekenpflicht. Deshalb sollten sich Verbraucher in der Apotheke auch zu vermeintlich harmlosen Wirkstoffen beraten lassen.» Das gilt besonders für Kinder, Schwangere oder Stillende, wenn Krankheiten wie Asthma oder Leberschäden bestehen oder wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden. Auch bei rezeptfrei erhältlichen Wirkstoffen sind Nebenwirkungen und Gegenanzeigen zu beachten. Unabhängig vom Wirkstoff sollten Schmerzmittel ohne ärztliche Empfehlung nicht länger als drei Tage hintereinander und höchstens an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden. Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac können Magen und Darm schädigen. Ab dem 1. Juli werden Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol verschreibungspflichtig, wenn in einer Packung mehr als 10 Gramm Paracetamol enthalten sind. Paracetamol ist auch in einigen Kombinationsmitteln gegen Erkältungen enthalten, so dass es bei gleichzeitiger Einnahme verschiedener Arzneimittel zu einer unbeabsichtigten Überdosierung mit Leberschäden kommen kann.

 

25.04.2008 l ABDA

Foto: ABDA