Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

microRNA-Test: Brustkrebs im Urin nachweisbar

NACHRICHTEN

 
microRNA-Test: Brustkrebs im Urin nachweisbar
 


Ob eine Frau Brustkrebs hat oder nicht, könnte sich künftig ganz einfach anhand einer Urinprobe überprüfen lassen. Im Fachjournal «BMC Cancer» stellen Wissenschaftler aus Freiburg und Heidelberg eine entsprechende Methode vor, die mit 91-prozentiger Sensitivität und Spezifität eine relativ hohe Treffsicherheit hat. Der Test ermittelt die Konzentrationen bestimmter microRNA-Abschnitte, die sich bei gesunden und erkrankten Frauen signifikant unterscheiden. Die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Elmar Stickeler von der Universitätsklinik Freiburg hat den Test bereits zum Patent angemeldet.

MicroRNA oder auch miRNA sind nicht codierende RNA-Abschnitte mit einer maximalen Länge von 22 Nukleotiden. Sie modulieren als posttranskriptionale Regulatoren die Expression diverser Gene, darunter Tumorsuppressorgene wie auch Onkogene. Jüngste Studien zeigten, dass bei Brustkrebs verschiedene deregulierte microRNA sowohl bei der Entstehung, Proliferation, Apoptose als auch beim Ansprechen auf Medikamente eine Rolle zu spielen scheinen. Die miRNA-Spiegel wurden bislang allerdings immer im Blut der Frauen bestimmt.

Auf der Suche nach einem nicht invasiven Test untersuchten die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Thalia Erbes von der Uniklinik Freiburg nun, ob sich auch im Urin Unterschiede im microRNA-Profil zwischen an Brustkrebs erkrankten und gesunden Frauen nachweisen lassen. Sie bestimmten dazu die Konzentrationen von neun microRNA, die mit Brustkrebs in Zusammenhang gebracht werden, im Urin von 48 Probandinnen. Von diesen hatte die Hälfte kürzlich die Diagnose Brustkrebs erhalten, die andere Hälfte war gesund.

Es zeigten sich Unterschiede zwischen den Gruppen, die bei vier von neun Molekülen signifikant waren. Unter Berücksichtigung aller neun getesteter miRNA erreichte der Test eine Sensitivität und Spezifität von je 91 Prozent. «Die Diagnose-Sicherheit unserer Methode war damit sehr hoch», kommentiert Stickeler. Bis der Urintest Eingang in die klinische Praxis findet, muss er aber noch in größeren Studien validiert werden. (am)

DOI: 10.1186/s12885-015-1190-4

 

Mehr zum Thema Krebs und Zytostatika

 

10.06.2015 l PZ

Foto: Fotolia/adrian_ilie825

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Patientenschützer: Pflege muss Wahlkampfthema sein

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat den Parteien im Bundestag vorgeworfen, sich im Wahlkampf zu wenig mit dem Thema Pflege...



Urlaubszeit: Die meisten Deutschen erholen sich gut

Die große Mehrheit der Deutschen hat den Sommerurlaub nach einer neuen Umfrage richtig genossen. 87 Prozent sagten in einer repräsentativen...



Klinikpatienten: Fast die Hälfte hat Diabetes oder Prädiabetes

Jeder vierte Patient einer Universitätsklinik leidet an Diabetes, noch einmal so viele an Prädiabetes. Das ergaben Untersuchungen von...



Landapotheken: Hessen setzt auf Botendienst und Apps

Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) will bewährte Mittel zur Arzneimittelversorgung auf dem Land wie Botendienst und...

 
 

Stada-Übernahme: Um Haaresbreite
Der letzte bis dato unabhängige Generikahersteller in Deutschland ist verkauft – im zweiten Anlauf und mit einer hauchdünnen Quote von...

Krebs: Methadon nur in Absprache mit Onkologen!
Derzeit ist Methadon in der Onkologie ein großes Thema in den Medien. Viele Patienten mit fortgeschrittenem Krebs setzen ihre Hoffnung in...

Smartphones: Eltern sollten glaubwürdiges Vorbild sein
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat vor der Videospielmesse Gamescom in Köln an die Vorbildfunktion von...

Eier-Skandal: Weiterer Giftstoff entdeckt
Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier könnte sich ausweiten. Bei einer Analyse der Desinfektionslösung «Dega 16», die als Auslöser des...

Kinder: Polioartige Muskelerkrankungen in Deutschland
In Deutschland sind im Jahr 2016 insgesamt 16 Fälle von akuter schlaffer Lähmung bei Kindern aufgetreten. Die polioartige neue Erkrankung...

Verfrühte Pilzsaison lässt Vergiftungszahlen steigen
Aufgrund der frühen und guten Pilzsaison gibt es bislang in einigen Regionen deutlich mehr Anfragen zu Vergiftungsfällen. So schlägt das...

ABDA: Immer mehr Apothekeninhaber schließen
Zur Jahreshälfte 2017 erreicht die Apothekenzahl in Deutschland den niedrigsten Stand seit 1988. Mit 19.880 Apotheken gibt es derzeit im...

Grippeimpfstoffe: Alte Exklusivverträge sind doch noch gültig
Trotz einer Gesetzesänderung können Krankenkassen bestehende Exklusivverträge über die Lieferung von Grippeimpfstoffen mit der...

ADKA: Stationsapotheker bundesweit benötigt
Die ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker spricht sich ausdrücklich für die verpflichtende Einführung von Stationsapothekern...

Secukinumab auch Firstline mit beträchtlichen Nutzen
Benötigen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis erstmals eine systemische Therapie, hat der monoklonale Antikörper...

Erfolg beim zweiten Anlauf: Investoren übernehmen Stada
Die Übernahmeschlacht um den Generikahersteller Stada ist beendet. Wie die Erwerbsgesellschaft der Investoren Bain Capital und Cinven, die...

Rheuma: Antibabypille könnte Erkrankungsrisiko senken
Frauen erkranken doppelt bis dreifach so häufig an einer rheumatischen Gelenkentzündung wie Männer. Um mehr über das geschlechtsspezifische...

Den Deutschen mangelt es an Jod und Vitamin D
Die deutsche Bevölkerung ist insgesamt nicht ausreichend mit Jod und Vitamin D versorgt. Zu diesem Ergebnis kommt die «Studie zur...

Versandapotheken: LAV will «gleiche Spielregeln für alle»
Wie angespannt die Situation der Apotheken auf dem Land teilweise ist, zeigte am 15. August eine Diskussion zum Thema «Gleiche Spielregeln...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU