Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

Zecken: In diesem Jahr optimale Bedingungen

NACHRICHTEN

 
Zecken: In diesem Jahr optimale Bedingungen
 


Sommerliche Temperaturen und anhaltende Trockenheit kommen derzeit Zecken zugute. «Es herrschen nahezu ideale Bedingungen», sagte ein Sprecher des Staatsbetriebs Sachsenforst. Die Parasiten hätten in diesem Jahr wegen des ungewöhnlich milden Winters und des warmen Frühjahrs beste Startbedingungen gehabt. Deshalb könnte die Zeckenpopulation in diesem Jahr ansteigen. Das Robert-Koch-Institut warnte allerdings vor verfrühten Prognosen. «Die Zeckenpopulation ist immer starken Schwankungen unterworfen», sagte eine Sprecherin. Das könne sich im Lauf des Jahres rasch ändern.
 
Zecken übertragen sowohl Borreliose-Bakterien als auch das FSME-Virus. In Bayern ist die Zahl der Hirnhautentzündungen durch einen Zeckenstich wieder gestiegen. Der Verein FSME-Netzwerk riet daher, sich impfen zu lassen. Im vergangenen Jahr gab es im Freistaat nach RKI-Angaben des Robert-Koch-Instituts 175 gemeldete Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Im Vorjahr waren es 90 Fälle. 2011 wurden 178 Erkrankungen gezählt. In ganz Deutschland erkrankten im vergangenen Jahr 420 Menschen an FSME. In den ersten 20 Wochen dieses Jahres gab es bislang 20 Fälle. Das FSME-Virus befällt Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark. In schweren Fällen können Lähmungen und extreme Schmerzen auftreten. Im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.
 
Ob man nach einem Zeckenstich am FSME-Virus erkrankt, sei ein «Roulette», sagte der Neurologe Frank Erbguth vom Klinikum Nürnberg. Statistisch trügen 2 bis 5 Prozent der Zecken das Virus in sich. Eine Therapie gegen die Ursache der Krankheit gibt es im Gegensatz zur viel häufigeren Borreliose nicht. Experten empfehlen daher für Menschen in Risikogebieten eine Impfung. FSME ist vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen sowie vereinzelt in Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und dem Saarland verbreitet.
 
11.06.2014 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/stockWERK
 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Bionorica: Erfolg beim EuGH

Das Neumarkter Pharmaunternehmen Bionorica hat vor dem Europäischen  Gerichtshof (EuGH) einen Erfolg erzielt. Im Rechtsstreit um...



CDU-Politiker: Wer impfen lässt, soll Geld bekommen

Wer dafür sorgt, dass das eigene Kind alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen bekommt, sollte dafür finanziell...



Lieferengpässe: BPI wettert gegen Kassen

Der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) hat die Krankenkassen aufgefordert, zur Liefersicherheit und Vermeidung von...



Adipositas und Diabetes: Für Frauen ein größeres Risiko

Frauen sind zwar etwas seltener von Störungen des Zuckerstoffwechsels betroffen als Männer – die Folgen sind für die Patientinnen jedoch...

 
 

Antibiotika: Heimische Produktion, weniger Lieferengpässe
Um Lieferengpässe bei Antibiotika künftig zu vermeiden, bedarf es einer Stärkung der inländischen Produktionsstätten. Darin waren sich die...

Rolapitant: Langwirksames Antiemetikum in der EU zugelassen
Für Chemotherapie-Patienten, die unter Erbrechen leiden, steht demnächst eine neue langwirksame Therapieoption zur Verfügung: Die...

Zu viel Alkohol: Nicht nur bei jungen Menschen ein Problem
Ein zu hoher Alkoholkonsum kommt nicht nur bei jungen Menschen vor, auch Ältere sind gefährdet. Darauf macht die Bundeszentrale für...

Bayer-Hauptversammlung: Proteste gegen Monsanto-Deal
Rund 200 Demonstranten haben heute in Bonn gegen die geplante Übernahme des US-amerikanischen Saatgutriesen Monsanto durch Bayer...

Depressionen: Elektrische Hirnstimulation zeigt Wirkung
Bei manchen Menschen mit Depressionen schlagen Medikamente nur unzureichend an – ihnen könnte eine zusätzliche elektrische Hirnstimulation...

Lieferengpässe: Gröhe sieht kein Risiko für Patienten
Patienten sind nach Worten von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) durch die aktuellen Lieferengpässe bei Arzneimitteln nicht...

Fernbehandlung: Landesprojekt soll Digitalisierung ankurbeln
Ein Modellversuch zur Therapie von zuvor nicht behandelten Patienten über Telefon oder Internet stößt in der Ärzteschaft auf große...

Brexit: EMA-Umzug könnte teuer werden
Der Umzug der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) aus London könnte teuer werden. Der Mietvertrag der EU-Behörde, die in der Folge des...

Forscher distanziert sich von geplanter Cannabis-Studie
Aus der in Berlin geplanten Studie über Cannabis-Konsum mit 25.000 Probanden wird vorerst nichts. Der Hamburger Forschungsleiter, der...

Deutscher Apotheken-Award 2017 verliehen

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hat heute den Deutschen Apotheken-Award 2017 verliehen. In der Rubrik "Gesunde Lebensführung"...

Vzbv-Chef: Versandapotheken sind unverzichtbar
Die Zukunft der Arzneimittelversorgung ist aus Sicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) nicht ohne Versandapotheken...

Generation Y: Anspruchsvolle Mitarbeiter und Kunden
Junge Apothekenangestellte wollen flache Hierarchien, häufige Rückmeldungen durch den Chef und flexible Arbeitszeiten. Das sagte Professor...

Rote-Hand-Brief: Chargenrückruf Albiomin-Infusionslösung
Die Firma Biotest ruft bestimmte Chargen ihres Produkts Human Albumin (Albiomin®) 5 Prozent und 20 Prozent zurück. Der Grund für...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU