Bayer: Chemiesparte bügelt Pharmaverluste aus

Die durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise schwer angeschlagene Chemiesparte des Bayer-Konzerns ist wieder zurück auf der Erfolgskurs: Im ersten Halbjahr 2010 war dieser Bereich der maßgebliche Träger für Umsatz- und Gewinnwachstum. Schwächen in anderen Teilbereichen bügelte die Chemie aus. «Material Science (Chemie) hat die Krise hinter sich gelassen, die Absatzmengen lagen wieder auf Vorkrisenniveau», sagte Vorstandschef Werner Wenning heute bei der Vorlage der Quartalszahlen laut einer Mitteilung. Bis Ende Juni erhöhte sich der Konzernumsatz um 10 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis kletterte sogar um 27 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.
Im zweiten Quartal verringerte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszweitraum allerdings wieder leicht. Enttäuscht hat vor allem der Bereich Pflanzenschutz, der nach Angaben des Unternehmens durch ungünstige Witterungs- und Marktbedingungen starke Einbußen verzeichnete. So brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um gut 33 Prozent ein, in der Gesundheitssparte war es ein Rückgang von 30 Prozent. Hierin enthalten sind allerdings auch Sondereinflüsse wie Abschreibungen auf ein Krebsmedikament und die Bereitstellung von Mitteln für Rechtsfälle.
Auch wenn die Entwicklung bei den Teilkonzernen Gesundheit (HealthCare) und Pflanzenschutz (CropScience) unter den Erwartungen blieb, zeigte sich Wenning zuversichtlich für den weiteren Verlauf der Geschäfte. Unter anderem entwickelten sich die Währungsverhältnisse sehr positiv, sagte er. Der scheidende Bayer-Chef, der Anfang Oktober seinen Posten an Vorstandsmitglied Marijn Dekkers abgibt, hält weiterhin im gesamten Jahr einen Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen auf 7 Milliarden Euro für möglich. Wenning kündigte darüber hinaus eine deutliche Aufstockung der Investitionen an. Im gesamten Jahr sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf ein Rekordniveau von 3,1 Milliarden Euro steigen. Diese Mittel würden unter anderem in das Pharmageschäft fließen. Bislang hatte Bayer Forschungsaufwendungen von 2,9 Milliarden Euro für 2010 vorgesehen.
29.07.2010 l PZ/dpa
Foto: Bayer

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