Schweden: Erste Erfahrungen mit Pandemrix

Die erste Auswertung von Nebenwirkungsmeldungen zum Pandemieimpfstoff Pandemrix® in Schweden zeigt, dass die auftretenden Nebenwirkungen nach der Impfung im Rahmen des Erwarteten liegen. Es wurden aber auch drei Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung an die schwedische Arzneimittelbehörde MPA gemeldet, berichtete das Institut. In Schweden wird seit dem 12. Oktober mit dem gleichen Impfstoff geimpft, der auch in Deutschland verwendet wird. Seitdem wurden laut Angaben des Herstellers GlaxoSmithKline bereits 500.000 Dosen Pandemrix in Schweden verteilt. Insgesamt hat das MPA seit Beginn der Impfaktion 100 Meldungen von unerwünschten Nebenwirkungen von Ärzten und 90 Berichte von Geimpften erhalten. Die häufigsten Meldungen waren neurologische Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Ohnmacht. Zudem wurde häufig über Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Verhärtungen oder Kribbeln sowie Fieber und Schüttelfrost, aber auch von Urtikaria und Angioödemen berichtet. Der vollständige Bericht ist auf den Seiten des Paul-Ehrlich-Instituts (http://www.pei.de/) einzusehen.
Neben diesen weitestgehend harmlosen Impfreaktionen sind auch Meldungen von schwereren Fällen enthalten. Fünf Personen entwickelten allergische Reaktionen nach der Impfungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung sei «möglich bis wahrscheinlich», schreibt die schwedische Arzneimittelbehörde. Es wurden auch drei Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gemeldet. Ob die Vakzine für den Tod verantwortlich ist, wird noch geprüft. Alle drei Personen litten an schweren chronischen Erkrankungen. Die Obduktionsergebnisse will die Behörde nächste Woche zusammen mit weiteren Informationen vorstellen.
Bei einem Fall sei schon bekannt, dass der Tod nicht auf die Impfung zurückgeht, sagte die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts Dr. Susanne Stöcker gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Die deutschen Behörden würden die Situation in Schweden aufmerksam beobachten. Stöcker geht davon aus, dass auch in Deutschland Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung auftreten werden. Dies sei wegen der großen Zahl an Geimpften zu erwarten. «Dies werden schwer kranke Menschen sein, die letztlich an ihrer Grunderkrankung sterben.» (ch)
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28.10.2009 l PZ
Foto: Fotolia/Duckmann76

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