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Natriummangel im Alter

PZ  Etwa 5 bis 10 Prozent der älteren Menschen leiden unter einem subakuten Natriummangel, der mit Müdigkeit und Konzentrationsstörungen einhergeht. Verstärkt sich der Natriummangel weiter, können Übelkeit, Kopfweh, Muskelkrämpfe und Hypotonie auftreten.

Außerdem weisen Betroffene Gangunsicherheiten und eine erhöhte Sturzneigung auf. Selten wird bei solchen Symptomen eine Hyponatriämie als Ursache der Beschwerden erkannt, berichtete Dr. Dag Schütz aus Velbert auf dem Deutschen Geriatriekongress in Berlin. Dabei handelt es sich um ein bei älteren Menschen weit verbreitetes Problem.

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Ein Grund hierfür ist, dass ältere Patienten unter verschiedenen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Hypertonie und Diabetes mellitus leiden, die zu Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Lebersynthese- oder Nierenfunktionsstörungen führen. Diese können die Elektrolythomöostase verschieben, sagte Schütz. Des Weiteren kann auch die medikamentöse der Grunderkrankungen einen Natriummangel hervorrufen. So greifen zum Beispiel Diuretika, ACE-Hemmer, Laxantien sowie einige Psychopharmaka und COX-Hemmer in den Elektrolythaushalt ein. Ein dritter Grund für eine Hyponatriämie im Alter ist die eingeschränkte Nierenfunktion, verminderte tubuläre Konzentrationsfähigkeit und geringere Natrium-Rückresorption. Zu den genannten Gründen käme erschwerend hinzu, dass eine salzarme Kost im Alter als gesund propagiert würde, erklärte Professor Dr. Ingo Füsgen, Wuppertal. Bei älteren Menschen kann es sich fatal auswirken, wenn zusätzlich zu bestehenden Risikofaktoren noch die Salzaufnahme reduziert wird. Top

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Beitrag erschienen in Ausgabe 24/2004

 

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