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Bayer zeichnet Innsbrucker Wissenschaftler aus

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- Medizin Govi-Verlag

Bayer zeichnet Innsbrucker Wissenschaftler aus

von Ulrike Wagner, Berlin

Für seine Arbeiten über die molekulare Pharmakologie von spannungsregulierten Calciumkanälen erhielt Professor Dr. Jörg Striessnig den "International Albrecht Fleckenstein Award". Der Preis ist mit 50 000 DM dotiert. Striessnig und seine Mitarbeiter vom Institut für Biochemische Pharmakologie der Universität Innsbruck haben die Regionen am Calciumkanal beschrieben, an die die verschiedenen Klassen der Calciumantagonisten binden. Außerdem entdeckten sie Mechanismen, mit denen diese Wirkstoffe die Kanäle blockieren und identifizierten einzelne Aminosäuren innerhalb der Kanalproteine, die für die Bindung der Antagonisten notwendig sind.

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Striessnig präsentierte in seinem Vortrag neue Daten seiner Arbeitsgruppe über Knockout-Mäuse, denen ein Subtyp der porenbildenden *1-Untereinheit der Calciumkanäle fehlt. Äußerlich unterschieden sich die Tiere nicht von ihren Artgenossen. Allerdings waren sie taub und ihr EKG wies darauf hin, dass dieser Typ des Calciumkanals (*1D) an der sinu-atrialen Weiterleitung des Aktionspotenzials beteiligt ist.

Die Innsbrucker Arbeitsgruppe hat außerdem nachgewiesen, dass bei Patienten mit einer seltenen erblichen Form der Migräne einzelne Aminosäuren an neuronalen Calciumkanälen verändert sind. Die Forscher glauben daher, dass Calciumkanalmodulatoren eine neue Therapieoption bei Migräne sein könnten.

Die von Bayer finanzierte Auszeichnung wird seit 1993 alle zwei Jahre mit dem Ziel vergeben, wissenschaftliche Arbeiten über den Calcium-Antagonismus und die Modulation von Calciumkanälen zu unterstützen. Professor Dr. Albrecht Fleckenstein beschrieb 1963 zum ersten Mal die Blockade von Calciumkanälen durch spezifisch bindende Antagonisten.

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Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2000

 

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