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ABDA-Wahl: 100 Prozent für Heinz-Günter Wolf

POLITIK

 
ABDA-Wahl

100 Prozent für Heinz-Günter Wolf

Von Daniel Rücker, Berlin

 

Als letzte der drei bundesweiten Standesorganisationen wählte die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am 10. Dezember ihre neue Führung. Wie bei Bundesapothekerkammer (BAK) und Deutschem Apothekerverband (DAV) gab es für alle Kandidaten deutliche Mehrheiten.

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Am deutlichsten fiel der Vertrauensbeweis für den alten und neuen ABDA-Präsidenten, Heinz-Günter Wolf, aus. Der 61-jährige selbstständige Apotheker aus Hemmoor erhielt als erster Kandidat für dieses Amt überhaupt 100 Prozent der Stimmen und kann somit seine vor vier Jahren begonnene Arbeit an der Spitze der Berufsvertretung fortsetzen. Auf Kontinuität setzte die Mitgliederversammlung auch bei der Wahl des Vizepräsidenten. Friedemann Schmidt, selbstständiger Apotheker aus Leipzig, steht Wolf weiterhin zur Seite. Auf ihn fielen 96 Prozent der Stimmen. Karin Graf aus Heidelberg vertritt mit 91 Prozent der Stimmen die angestellten Apotheker im Geschäftsführenden Vorstand.

 

Vor der Wahl hatte Wolf die vergangenen vier Jahre seiner ersten Amtsperiode Revue passieren lassen. Auch wenn naturgemäß nicht alles erreicht worden sei, was sich die Apotheker wünschten, fiel seine Bilanz insgesamt positiv aus. So hatte die ABDA gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit den Auswirkungen des GKV-Modernisierungsgesetzes zu kämpfen. In diesem Gesetz, so Wolf, seien die »Grundlagen für die aktuellen Verwerfungen in der Arzneimittelversorgung« gelegt worden. Besonders große Probleme bereitet dabei bis heute die Einführung des Versandhandels.

 

Weitere Eckpunkte von Wolfs erster Amtszeit waren das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG), das unter anderem das Rabattverbot für Apotheken enthielt und das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG). Hier gelang es, die Höchstpreisverordnung zu verhindern, allerdings wurde im Gegenzug eine neue Regelung für die Rabattverträge eingeführt, deren Umsetzung den Apothekern erhebliche Mehrarbeit einbrachte.

 

Nicht nur der Gesetzgeber habe die Apotheker beschäftigt, auch Marktentwicklungen prägten die vergangenen Jahre. Am bedeutendsten war der Markteintritt von DocMorris in Saarbrücken, der nur möglich war, weil der damalige saarländische Gesundheitsminister Josef Hecken das Fremdbesitzverbot überging. Aus Wolfs Sicht »ein unglaublicher Vorgang«. Eine Konsequenz daraus ist das Vorlageverfahren am Europäischen Gerichtshof.

 

Apotheker gut positioniert

 

Wolfs Fazit fiel trotz der hektischen Gesetzgebung der vergangenen Jahren insgesamt auch deshalb gut aus, weil es gelungen sei, den Apotheker als preisneutralen und damit unabhängigen Arzneimittelberater und damit unverzichtbaren Teil des Gesundheitswesens zu positionieren. Diese nun gewonnene Position müsse in den nächsten Jahren nicht nur verteidigt, sondern auch ausgebaut werden.

 

Ein wichtiger Baustein sei dabei die Qualitätsoffensive der Bundesapothekerkammer. Wolf setzt darauf, dass die Arbeit wie in den vergangenen vier Jahren von ABDA, Bundesapothekerkammer (BAK) und Deutschem Apothekerverband (DAV), den Kammern und den Verbänden als Mannschaftsaufgabe bewältigt wird. Die Geschlossenheit sei der Schlüssel zum Erfolg der politischen Arbeit der Apotheker. Wolf: »Wir Apotheker sprechen mit einer Stimme.«

 

Im Anschluss an seine Wahl dankte Wolf den Vertretern im geschäftsführenden Vorstand, die bei den Wahlen der vergangenen Wochen nicht mehr kandidiert hatten und deshalb zum Jahresende aufhören, für die gute Zusammenarbeit. Neben dem bisherigen DAV-Vorsitzenden Hermann S. Keller, der ehemaligen BAK-Präsidentin Magdalene Linz und dem BAK-Vorstandsmitglied Dr. Bernd Pietzner, ist dies auch Götz Schütte, mit dem Wolf eine lange Freundschaft verbindet.

 

Wolf strich die Leistungen heraus, die Schütte seit 32 Jahren in den Gremien der Berufsorganisationen geleistet hat. Schütte habe sich über Jahre hinweg zahlreiche Kontakte zu Entscheidungsträgern aufgebaut und diese auch immer im Sinne der Apothekerschaft einzusetzen gewusst. In vielen Fällen sei es ihm gelungen, über sein Netzwerk auch innerhalb des Berufsstandes Entwicklungen zu stoppen, die negative Konsequenzen für den gesamten Berufsstand hätten haben können.

 

Die Mitgliederversammlung teilte diese Einschätzung von Schüttes Arbeit ganz und verabschiedete ihn mit langem Applaus und stehenden Ovationen.


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Beitrag erschienen in Ausgabe 51/52/2008

 

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