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Rabattverträge: Kleiner Gewinner, großer Verlierer

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Rabattverträge: Kleiner Gewinner, großer Verlierer
 


Die AOK hat fast alle vorläufigen Zusagen für die neue Runde der Rabattverträge erteilt. «Nun können wir unter weitere 19 Wirkstoffe einen Haken machen», sagte Dr. Christopher Hermann, Verhandlungsführer der AOK. Damit sind 63 der 64 ausgeschriebenen Arzneistoffe abgedeckt. Für lediglich einen Wirkstoff steht die Zuteilung noch aus. Um welchen es sich dabei handelt, wollte die AOK nicht verraten. Nach eigenen Angaben wartet die Krankenkasse noch Patentstreitigkeiten um den Wirkstoff ab. Generell gelten die Zusagen als vorläufig, bis die Vergabekammern die Rechtmäßigkeit geprüft haben. Außerdem rechnet die AOK mit Beschwerden von Herstellern, die nicht zum Zuge kamen. «Einigen Pharmaunternehmen werden unsere Entscheidungen wieder mal nicht schmecken, das hat die Vergangenheit ja bereits gezeigt», sagte Hermann.

 

Der vorläufige Zuschlag für den begehrtesten Arzneistoff, Omeprazol, ging für alle fünf ausgeschriebenen Gebietslose an KSK-Pharma. Der Mittelständler machte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 7 Millionen Euro. Durch den exklusiven Zuschlag habe man diesmal besser kalkulieren können, sagte Vorstand Peter Krcmar gegenüber der PZ. Daher werde es nicht zu Lieferschwierigkeiten kommen. «Wir haben einen großen Lieferanten im Rücken. Würden wir die gegebene Liefergarantie nicht einhalten, wären wir aufgrund der hohen Strafen weg vom Fenster.» Der Protonenpumpenhemmer macht nach Angaben Krcmars rund 10 Prozent des 2,3 Milliarden Umsatzvolumens der rabattierten Medikamente aus.

 

Zufrieden ist man auch bei Stada. Der Arzneimittelhersteller aus Bad Vilbel rechnet mit 40 neuen Rabattverträgen für 11 Wirkstoffe. Damit würde Stada sich etwa 18 Prozent des Umsatzvolumens sichern. Kommt es zum Vertragsabschluss, erwartet das Unternehmen «sehr deutliche Absatz- und Umsatzsteigerung, allerdings mit reduzierten Margen», heißt es in einer Pressemitteilung.

 

Ratiopharm ging bislang komplett leer aus. Allerdings liege ein Teil der Unterlagen noch nicht vor, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag gegenüber der Deutschen Presseagentur. Die Ausschreibungen der AOK habe nur auf rund 2 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens Einfluss, heißt es bei Ratiopharm. 60 Prozent des Umsatzes werde im Ausland gemacht. Der Ulmer Generikahersteller geht davon aus, mit anderen gesetzlichen  und privaten Krankenversicherungen Verträge abschließen zu können. (db)

 

08.12.2008 l PZ

Foto: AOK

 

 

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