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Krebs: Alternative Therapien senken Überlebenschancen

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Krebs: Alternative Therapien senken Überlebenschancen
 


Wer sich gegen eine etablierte Krebstherapie entscheidet und auf alternative Medizin setzt, senkt seine Chancen, die kommenden fünf Jahre zu überleben – durchschnittlich steigt das Sterberisiko um das 2,5-Fache. Das berechneten Forscher von der Yale School of Medicine in Connecticut anhand der Daten von 840 Patienten mit Erstdiagnose behandelbarer Krebsarten wie Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatatumoren. 560 Probanden hatten eine konventionelle Behandlung mit Chemo-, Strahlen-, Hormontherapie oder Operation gewählt. 280 Erkrankte hatten sich dagegen entschieden. Welche Alternativen die Patienten ausprobierten, ob Homöopathie, Anthroposophie, hoch dosierte Vitamine, spezielle Diäten oder anderes, wurde in der Studie nicht weiter aufgeschlüsselt.

Bei Brustkrebs stieg das Sterberisiko bei alleiniger alternativer Behandlung um das 5,7-Fache, bei Darmkrebs um das 4,6-Fache und bei Lungenkrebs um das 2,2-Fache, schreiben die Mediziner im «Journal of the National Cancer Institute». So überlebten 41 Prozent der Lungenkrebs-Patienten unter konventioneller Therapie die kommenden fünf Jahre im Gegensatz zu 20 Prozent unter alternativer Behandlung. Bei Darmkrebs überlebten 79 Prozent unter herkömmlicher Behandlung im Gegensatz zu 33 Prozent, die sich der Schulmedizin verweigerten.

«Wir haben nun Evidenz zur der Annahme, dass der Gebrauch alternativer Medizin anstelle etablierter Krebstherapien zu schlechteren Überlebensraten führt», kommentiert Hauptautor Dr. Skyler Johnson. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Information bei der Entscheidung von Patienten und Ärzten für oder gegen eine bestimmte Therapie helfen kann. (dh)

DOI: 10.1093/jnci/djx145

 

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16.08.2017 l PZ

Foto: Fotolia/didesign

 

 

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