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Ringelblume: Heilpflanze des Jahres 2009

PHARMAZIE

 
Ringelblume

Heilpflanze des Jahres 2009

Von Maria Vogel

 

Calendula officinalis ist die Heilpflanze des Jahres 2009. Dies gab der Verein zur Förderung traditioneller Naturheilkunde NHV Theophrastus bekannt. Ausschlaggebend war, dass ihre medizinischen Wirkungen gut erforscht und wissenschaftlich belegt sind und die Pflanze durch ihre sonnige Ausstrahlung und Lebenskraft besticht.

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Wissenschaftlich belegt ist ihre positive Wirkung bei schlecht heilenden Wunden, einschließlich Unterschenkelgeschwüren, sowie bei Verbrennungen und Dermatitis. Dies ist auf die antiphlogistische und granulationsfördernde Wirkungsweise zurückzuführen. Nachgewiesen sind zudem antibakterielle, antimykotische, antivirale, immunstimulierende, antitumorale, choleretische und cholesterinsenkende Eigenschaften bei verschiedenen Ringelblumenextrakten und deren Bestandteilen.

 

Traditionell angewendet wird die Ringelblume auch innerlich zum Beispiel bei Magen-Darm-Störungen und Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche und Menstruationsproblemen. Auf das Nervensystem wirkt Calendula officinalis beruhigend. Das warme Orange wirkt stimmungsaufhellend, kraftspendend bei Erschöpfung und lösend bei emotionalen Spannungen.

 

Für Heilzwecke werden die voll entfalteten Blüten gesammelt. Zur weiteren, häuslichen Verarbeitung werden nur die abgezupften, orangefarbenen Blütenblätter verwendet. Ob man einen wässrigen Aufguss, einen Ölauszug oder eine Salbe bereitet, hängt davon ab, welche Wirkung erzielt werden soll. Der wässrige Aufguss wirkt zum Beispiel analgetisch, antimykotisch, antibakteriell und antiviral. Antiphlogistische Stoffe werden durch einen Alkoholaufguss gelöst, welcher weiter verarbeitet werden kann. Wer die heilende Wirkung auf die Haut nutzen möchte, sollte ein Ringelblumenöl oder eine Salbe bevorzugen.

 

Des Weiteren kann die Ringelblume Abwechslung und Farbe in Speisen bringen. Die filzig behaarten Blätter erzielen eine interessante geschmackliche Note in Blatt- oder Wildkräutersalaten. Die Blütenblätter sind für verschiedene herzhafte Brotaufstriche, Blütenbutter, Suppen oder in Kuchen verwendbar.


Calendula officinalis

Die Ringelblume ist ein einjähriges Korbblütengewächs mit einer etwa

20 cm langen Pfahlwurzel. Die 30 bis 60 cm hohe Pflanze bildet an dem aufrechten, teilweise verzweigten Stängel ab Juni Blütenkörbchen, die je nach Sorte mehr oder weniger gefüllt sein können und farblich zwischen hellgelben und kräftigen Orangetönen variieren.

 

Für Hobbygärtner ist sie leicht zu kultivieren. Im April ausgesät, blüht sie vom Juni an bis zu den ersten stärkeren Frösten. Sie dient zur Abwehr von Fadenwürmern, indem man Gemüsebeete, Kartoffel- oder Erdbeerpflanzungen mit Ringelblumen umrandet. Als sogenannter »Gründünger« sorgt sie für eine Bodenverbesserung, da sie durch ihre Pfahlwurzeln die Erde tief lockert, die Restnährstoffe aus dem Boden bindet und damit vor Auswaschung bewahrt. Abgeschnitten, zerkleinert und leicht angetrocknet, kann die Pflanze dann oberflächlich in den Boden eingearbeitet werden.


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Beitrag erschienen in Ausgabe 43/2008

 

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