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ADHS: Medikation senkt Missbrauchsrisiko

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ADHS: Medikation senkt Missbrauchsrisiko
 


Jugendliche und junge Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben in Phasen, in denen sie medikamentös behandelt werden, ein signifikant geringeres Risiko für Alkohol- oder Drogenmissbrauch, als wenn sie unbehandelt sind. Der Unterschied fiel in einer aktuell im «American Journal of Psychiatry» erschienenen Studie mit 35 Prozent bei Männern und 31 Prozent bei Frauen deutlich aus. Die neuen Daten dürften Kritikern der Stimulanzien-Therapie bei ADHS etwas den Wind aus den Segeln nehmen.

 

Die Fallzahl, die die Autoren um Dr. Patrick Quinn von der Indiana University in Bloomington auswerteten, ist groß: Aus einer Datenbank mit anonymisierten Versichertendaten von US-Amerikanern extrahierten sie knapp 3 Millionen ADHS-Patienten, von denen etwa 57 Prozent in einem Zehnjahreszeitraum nur phasenweise eine ADHS-Medikation erhalten hatten. Ein weiteres Kriterium war, dass die Patienten im Beobachtungszeitraum mindestens einmal in einer Notfallambulanz aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauchs behandelt worden waren, was auf etwa 2 Prozent zutraf. Anschließend berechneten die Forscher die Wahrscheinlichkeiten, mit denen solche Drogenexzesse unter ADHS-Medikation beziehungsweise in behandlungsfreien Intervallen auftraten.

 

Die relative Risikoreduktion unter ADHS-Medikation betrug bei Männern 35 Prozent und bei Frauen 31 Prozent. Der Effekt war auch zwei Jahre nach Behandlungsstopp noch vorhanden, fiel aber dann mit -19 Prozent bei Männern und -14 Prozent bei Frauen geringer aus. Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe waren Amphetamin und Methylphenidat; der nicht stimulierend wirkende Arzneistoff Atomoxetin kam deutlich seltener zum Einsatz.

 

Gegen die Verwendung von Stimulanzen zur Behandlung der ADHS werden aufgrund ihres Missbrauchspotenzials immer wieder Bedenken laut. Diese seien verständlich, so Quinn in einer Pressmitteilung der Universität. «Unsere Ergebnisse und auch die anderer, kürzlich veröffentlichter Studien zeigen aber, dass das Risiko in Wirklichkeit unter der Therapie sinkt», so der Psychologe. Drogenmissbrauch ist laut der Studie ein Hauptgrund für die erhöhte Streberate von ADHS-Patienten. Vor diesem Hintergrund ist der nun gezeigte Einfluss der Pharmakotherapie auf diesen Parameter bedeutend. (am)

 

DOI: 10.1176/appi.ajp.2017.16060686

 

13.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/lassedesignen

 

 

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