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Diagnostika-Industrie: Mehr Tests, bessere Versorgung

POLITIK & WIRTSCHAFT

 
Diagnostika-Industrie

Mehr Tests, bessere Versorgung


Von Jennifer Evans / Die Potenziale diagnostischer Tests sind nicht ausgeschöpft. In einem Positionspapier zur Bundestagswahl fordert der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH), künftig Diagnostika etwa in der personalisierten Medizin sowie im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen stärker anzuerkennen und einzusetzen.

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Mithilfe von Labordiagnostik lassen sich zum Beispiel genetische oder molekulare Merkmale eines Patienten ­bestimmen und damit Medikamente für dessen Behandlung passgenauer auswäh­len. Denn bei einigen Patientengruppen kann ein Arzneimittel unwirksam sein oder zu schweren Nebenwirkungen führen. Der VDGH beklagt jedoch, dass trotz der Schlüsselfunktion dieser Tests in der personalisierten Medizin die Erstattungsbedingungen schlecht sind.




Diagnostische Tests helfen unter anderem auch, Antibiotika zielgerichtet einzusetzen.

Foto: Fotolia/Sport Moments


Tests zwingend erforderlich

 

Dem Verband zufolge sind heute bereits 50 Wirkstoffe für verfügbare Medikamente gelistet, vor deren Anwendung in Deutschland ein (Gen-)Test zwingend vorgeschrieben oder empfohlen ist. »Während Arzneimittel unmittel­bar nach ihrer Zulassung zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden können, ist dies bei den Labor­tests als Begleitdiagnostik nicht der Fall«, heißt es in dem VDGH-Positionspapier. Zwar wird seit Mai 2017 im Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz die Erstattung besser geregelt und erfolgt zeitgleich mit dem Ergebnis der frühen Nutzenbewertung. Laut Verband sollte die Erstattung aber künftig auch auf jene Arzneimittel ausgeweitet werden, für deren Einsatz die Labordiagnostik »nicht als zwingend erforderlich formuliert ist«. Außerdem sollte eine Erstattung ab dem Zeitpunkt der Zulassung eines Medikaments möglich sein.

 

Darüber hinaus betont der VDGH den Vorteil diagnostischer Tests bei der zielgerichteten Antibiotikagabe, um der globalen Gefahr resistenter Erreger besser begegnen zu können. Demnach könnten im stationären Bereich entsprechende Screeningverfahren und begleitende Tests im Behandlungsfall den Infektionsschutz erheblich verbessern.

 

Infektionen unterscheiden

 

Auch für die Arztpraxis gebe es Tests, um zwischen viraler und bakterieller Infektion zu unterscheiden und so den Antibiotika-Einsatz zu optimieren. Nach VDGH-Angaben lassen sich Erreger auch längst genau identifizieren sowie deren Resistenzen bestimmen. Dass entsprechende Tests nicht zum Einsatz kommen, liege nicht an der mangelnden Verfügbarkeit, sondern lediglich an den ungünstigen Erstattungsbedingungen. Der VDGH fordert, auch Vertragsärzte sollten in Zukunft solche Tests nutzen und die damit verbundenen diagnostischen Leistungen außerhalb der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung abrechnen können. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 28/2017

 

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