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Erektile Dysfunktion: Was tun, wenn die blaue Raute nicht hilft

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Erektile Dysfunktion: Was tun, wenn die blaue Raute nicht hilft
 


Mindestens 6 Millionen Männer in Deutschland haben ernsthafte Probleme mit der Erektion, aber nur jeder fünfte geht zum Arzt. Ein PDE-5-Hemmer helfe etwa 70 Prozent der Männer, wieder eine zufriedenstellende Erektion zu bekommen, sagte Professor Dr. Ricarda M. Bauer von der Urologischen Klinik der LMU, München-Großhadern, bei einem Medizinjournalisten-Treffen in München.
 
Bei Unwirksamkeit müsse man nach den Ursachen fahnden. Manche Männer wüssten nicht, dass ein Effekt nur bei sexueller Stimulierung eintritt, dass sie das Medikament mindestens viermal ausprobieren müssen, bevor sie wissen, ob es ihnen hilft, und dass sie Sildenafil und Vardenafil nicht mit einer fettreichen Mahlzeit einnehmen sollten, da dies den Wirkeintritt verzögern kann. Es komme auch vor, dass die Männer ein unwirksames Präparat im Internet gekauft haben, berichtete Bauer. Ist ein zu niedriger Testosteron-Spiegel die Ursache der Unwirksamkeit, könne man das Hormon per Gel substituieren, so die Urologin. Unerlässlich sei auch eine Änderung des Lebensstils, zum Beispiel Stress- und Alkoholreduktion, Rauchverzicht und viel Bewegung.
 
Wenn PDE-5-Hemmer nicht ausreichen, kann der Mann zusätzlich oder als alleinige Hilfe eine Vakuumpumpe einsetzen, die das Blut in den Penis saugt. Bauer empfahl, die Pumpe positiv als eine Art Sexspielzeug und nicht als medizinisches Hilfsmittel anzubieten. Weitere Alternativen sind die Schwellkörper-Autoinjektion oder die Applikation von Alprostadil in die Harnröhre. Als letzte Option stellte Bauer die Schwellkörperimplantate vor, die operativ eingesetzt werden. In Deutschland würden jährlich etwa 600 Penisprothesen eingesetzt oder ausgetauscht. Die Implantate ermöglichten eine «Erektion auf Knopfdruck», aber eine natürliche Erektion sei nicht mehr möglich. In bestimmten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Vakuumpumpe oder der Implantation. (bmg)
 
16.06.2017 l PZ
Foto: Fotolia/jopix
 

 

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