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Kardiologen wollen Dosierungsempfehlungen nach Geschlecht

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Kardiologen wollen Dosierungsempfehlungen nach Geschlecht
 


Die Inzidenz von Nebenwirkungen, die durch Arzneistoffe mit Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hervorgerufen werden, ist bei Frauen um das 1,5- bis 1,7-Fache höher als bei Männern. Beispielsweise haben Patientinnen ein höheres Risiko für schwere Blutungen und Torsade-de-pointes-Tachykardien. Dennoch basieren die Dosierungsempfehlungen sehr oft auf Ergebnissen von Studien mit Männern mittleren Alters. In einem Positionspapier fordert die europäische kardiologische Gesellschaft nun geschlechtsspezifische Dosierungsempfehlungen für die Behandlung mit kardiovaskulären Arzneistoffen. Im «European Heart Journal – Cardiovascular Pharmacotherapy» geht ein Autorenteam um Dr. Juan Tamargo von der Universität Complutense in Madrid auf wichtige pharmakokinetische und -dynamische Unterschiede zwischen den Geschlechtern ein. Die Autoren kritisieren, dass es nicht einmal dann unterschiedliche Dosierungsempfehlungen bei Männern und Frauen gibt, wenn die pharmakokinetischen Unterschiede sehr groß sind. Das sei beispielsweise auch bei Wirkstoffen der Fall, bei denen die Parameter um mehr als 40 Prozent zwischen den Geschlechtern variieren.

 

Neben geschlechtsspezifischen Dosierungsempfehlungen fordert das Positionspapier zudem, den Frauenanteil in klinischen Studien zu erhöhen und Ärzte über die Unterschiede hinsichtlich Pharmakokinetik und -dynamik bei Männern und Frauen besser aufzuklären. Tamargo: «Der effektivste Weg, Nebenwirkungen bei Frauen zu minimieren, wären geschlechtsspezifische Leitlinien für die Behandlung mit kardiovaskulären Wirkstoffen.» (ss)

 

DOI: 10.1093/ehjcvp/pvw042

 

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16.06.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Robert Kneschke

 

 

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