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Jemen: Cholera trifft Kinder besonders hart

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Jemen: Cholera trifft Kinder besonders hart
 


Der Cholera-Ausbruch im Bürgerkriegsland Jemen trifft nach Angaben von Helfern mangelernährte Kinder besonders hart. «Ihre geschwächten Körper haben der Infektion nichts entgegenzusetzen», vermeldete heute die Hilfsorganisation «Aktion gegen den Hunger» in Berlin. Die Organisation warnte vor einer «humanitären Katastrophe». Der Jemen werde nicht in der Lage sein, mit diesem weiteren Schock umzugehen. «Das sanitäre System liegt ohnehin schon am Boden.»

 

Unterdessen berichtete der Landesleiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jemen, Nevio Zagaria, telefonisch aus dem Krisengebiet, dass der Cholera-Ausbruch alarmierende Ausmaße annehme. Ohne dringende Notfallmaßnahmen könnte eine Viertelmillion Menschen in den nächsten sechs Monaten an der lebensgefährlichen Darminfektion erkranken.

 

Innerhalb von drei Wochen seien 23.400 Verdachtsfälle gemeldet worden, 242 Menschen seien gestorben. Zagaria beschrieb eine desolate Lage: der Strom funktioniere nicht mehr, deshalb fielen Wasserpumpen aus und die Menschen hätten nur noch verschmutztes Trinkwasser zur Verfügung. Die internationale Gemeinschaft stelle nicht genügend Geld für die Noteinsätze zur Gesundheitsversorgung und zur Bereitstellung von Wasser und Abwasserdiensten bereit.

 

Die WHO habe 50 Behandlungszentren für Cholera-Patienten eingerichtet, nötig seien aber 350. Die Krankenhäuser seien überrannt, viele aber kaum funktionsfähig. Die meisten Mitarbeiter seien seit sechs Monaten nicht mehr bezahlt worden. Zagaria appellierte an die Weltgemeinschaft, die Bezahlung der Mitarbeiter im Gesundheitswesen sicherzustellen.

 

Die Epidemie war im Oktober 2016 ausgebrochen, weil es an sauberem Trinkwasser fehlt. In dem Land im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Huthi-Rebellen kontrollieren große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Dort haben die Behörden wegen des Cholera-Ausbruchs den Notstand ausgerufen.

 

19.05.2017 l dpa/PZ

Foto: Fotolia/harvepino

 

 

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