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Lücken schließen

EDITORIAL

 

Lücken schließen

Wenn Kinder in die Kita kommen, lassen die ersten Krankheiten meist nicht lange auf sich warten. Denn in der Einrichtung lernen die Kleinen nicht nur, sich in einer Gruppe mit vielen Gleichaltrigen zu behaupten. Auch ihr Immunsystem wird ständig mit Neuem konfrontiert – und der Körper reagiert darauf oft mit Fieber. Welches die häufigsten Ursachen für den Anstieg der Körpertemperatur sind und was Eltern fiebernder Kinder beachten sollten, erklärt der Titelbeitrag dieses Schwerpunkthefts zum Thema Kinder (Fieber bei Kindern: Fast immer ein Warnzeichen).

 

Das Immunsystem ist im Kleinkindalter vollauf damit beschäftigt, die Lücken in der Abwehr zu schließen. Gut, wenn es da Unterstützung durch zugelassene Medikamente für diese Altersgruppe bekommt. In vielen Fällen ist das aber leider nicht so. Kinderärzte sind mangels Alternativen gezwungen, ein Viertel bis ein Drittel der Arzneimittel bei ihren Patienten off Label einzusetzen. Im Jahr 2007 unternahm die EU mit der Kinder­arzneimittelverordnung einen Versuch, diesen Missstand zu beheben. Die Vorschriften gehen aber noch weitgehend ins Leere; momentan gibt es pro Jahr nicht mehr Neuzulassungen von Kinderarzneimitteln als vor der Verordnung. Die Zulassungsbehörden wollen jetzt nachbessern, um das für Hersteller wenig lukrative Forschungsgebiet attraktiver zu machen (Arzneimittel: Kaum Studien für Kinder).

 

Was die Gesundheit angeht, werden die Weichen in allen Bereichen im Kindesalter gestellt. In besonderem Maß gilt das für das Seelenleben. Essenziell für die spätere psychische Gesundheit eines Kindes ist eine sichere Bindung zu seiner engsten ersten Bezugsperson (Bindung: Frühe Erfahrungen prägen fürs Leben). Eine unsichere Bindung erhöht dagegen das Stresslevel des Kindes erheblich und wirkt sich dadurch nicht nur negativ auf dessen eigene spätere Bindungsfähigkeit aus, sondern hat auch körperliche Spätfolgen.

 

Sollen Kinder sich gesund entwickeln, gehört dazu auch eine ausge­wogene Ernährung. Diese bekommen sie heutzutage aber oft nicht mehr von zu Hause mit, denn in immer weniger Haushalten wird selbst gekocht (Ernährungsbildung: »Was Vernünftiges zu essen«). Wenn Kinder keine Obst- und Gemüsesorten kennen geschweige denn wissen, was damit anzufangen ist, ist das ein gesundheitsgefährdendes Wissensdefizit. Dem will die bekannte Fernsehköchin Sarah Wiener mit ihrer Stiftung entgegenwirken. Eine gesunde Lebensweise mit Respekt vor Natur und Umwelt – mit diesem Rezept ließen sich wohl auch die meisten Probleme von Erwachsenen lösen.

 

Annette Mende 

Redakteurin Pharmazie


 

 



Beitrag erschienen in Ausgabe 20/2017

 

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