Die Zeitschrift der deutschen Apotheker

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

FSME: Impfungen in Bayern dringend empfohlen

NACHRICHTEN

 
FSME: Impfungen in Bayern dringend empfohlen
 


Zecken haben nach Erkenntnissen des bayerischen Gesundheitsministeriums in den vergangenen Jahren das Risiko, sich mit dem gefährlichen Erreger der Hirnhauentzündung (FSME) zu infizieren, weiter erhöht. 2016 hatten die bayerischen Gesundheitsbehörden 159 FSME-Fälle registriert – 31 mehr als 2015. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) riet heute deshalb dringend dazu, sich gegen FSME impfen zu lassen.

 

Inzwischen gehörten 83 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten zu sogenannten FSME-Risikogebieten, berichtete die Politikerin in Erlangen. Neu hinzugekommen sei im vergangenen Jahr der Landkreis Dachau. Auch in größeren Städten seien Menschen nach dem Kontakt mit Zecken nicht mehr vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis sicher. «Von April bis Oktober ist die Gefahr am größten. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Schutzimpfung», betonte sie bei einem Besuch im Landesamt für Gesundheits- und Lebensmittelsicherheit.

 

Anschließend griff die Ministerin, die selbst Ärztin ist, zur Impfspritze und verabreichte dem Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes, Jürgen Vocke, eine schützende Dosis. Vocke selbst riet davon ab, sich bei der Mittagspause im Park, während der Rast beim Wandern oder bei der Jagd direkt auf den Boden zu setzen. Zecken fielen nicht vom Baum, sondern tummelten sich meist auf Gräsern und anderer bodennaher Vegetation. Wer verhindern wolle, dass Zecken etwa beim Wandern auf die Haut gelangten, sollte seine Socken über die Hosenbeine ziehen oder Gummistiefel tragen, riet er.

 

Nach Angaben des Präsidenten der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen, Nikolaus Frühwein, sind für einen kompletten FSME-Impfschutz drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Aber bereits 14 Tage nach der zweiten Impfung bestehe für 90 Prozent der Geimpften ein Schutz. Die Folgen einer FSME-Erkrankung können Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark sein. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen. Zudem können Zecken auch die gefährliche Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Sie kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden.

 

19.04.2017 l dpa

Foto: Fotolia/Carola Schubbel

 

 

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Weitere Nachrichten

 


Retaxationen: LAV holt fast jeden zweiten Euro zurück

Von den 1,35 Millionen Euro, die die Krankenkassen den baden-württembergischen Apotheken zunächst schuldig blieben, konnten diese im...



Titandioxid: Weißmacher als Entzündungs-Trigger

Das in vielen Arzneimitteln, aber auch Lebensmitteln und Kosmetika wegen seiner strahlend weißen Farbe als Hilfsstoff eingesetzte...



BMI: Timing und Häufigkeit des Essens entscheiden doch

Einnahmezeitpunkt und -häufigkeit von Mahlzeiten spielen bei der Gewichtsreduzierung eine bedeutende Rolle. So fanden Forscher der Loma...



Apothekerinitiative: Arme sollten nichts zuzahlen müssen

Wer wenig Geld hat, sollte nichts zu Rx-Medikamenten zuzahlen müssen und auch notwenige OTC-Präparate von der Krankenkasse ersetzt...

 
 

Medikationsplan: Grüne wollen Rolle der Apotheker stärken
Die Grünen wollen die Apotheker nach der Bundestagswahl stärker in die Erstellung von Medikationsplänen einbeziehen. Das geht aus einem...

Gesunder Lebensstil bringt sieben zusätzliche Lebensjahre
Ein gesunder Lebensstil erhöht einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock zufolge die Lebenserwartung um...

Kassen: G-BA soll Biologika-Austausch regeln
Aus Sicht der Krankenkassen sollte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) künftig regeln, welche biologischen Arzneimittel die Apotheker...

Alzheimer: Mehr als 30 Neuzulassungen in fünf Jahren denkbar
Die Pipeline für Alzheimer-Medikamente in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien ist gut gefüllt. Einer Auswertung der Forschungsinitiative...

UN sehen Erfolge im Kampf gegen Aids
Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids macht weitere Fortschritte. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) wird erstmals mehr als...

Brodalumab: Neuer Antikörper gegen Psoriasis zugelassen
Die EU-Kommission hat Leo Pharma die Zulassung für den Antikörper Brodalumab (Kyntheum®) erteilt. Indiziert ist das Medikament...

Augenärzte: Ärmere Kinder sehen schlechter
Armut im Kindesalter kann eine gesunde Entwicklung des Sehvermögens gefährden. Darauf weist die Stiftung Auge der Deutschen...

WHO: Kampf gegen Tabak zeigt Erfolge
Werbe-Verbote, rauchfreie Zonen, hohe Steuern und Schockbilder: Mehr als 60 Prozent der Menschen weltweit werden einem Bericht der...

Pflegeheim-Suche: Jeder Zweite sieht schwarz
Jeder zweite Bundesbürger fürchtet, im Alter nicht das passende Pflegeheim zu finden. Das ist das Ergebnis einer in Berlin vorgestellten...

Demenz: Risiken bekämpfen, Fallzahlen senken
Die Zahl der weltweiten Demenz-Fälle ließe sich erheblich reduzieren, wenn die Risikofaktoren konsequent und von Kindheit an bekämpft...

Antidepressiva: Leicht erhöhtes Autismus-Risiko
Die mit der Einnahme von Antidepressiva in der Schwangerschaft verbundenen Risiken für das Baby sind weiter Gegenstand der Forschung....

Becker: «Das Ding ist zu und muss es bleiben»
«Das Ding ist zu, und das war das Wichtigste!» Mit diesen Worten resümierte Fritz Becker (Foto), Präsident des Landesapothekerverbands...

Herzinfarkt & Co: Zu viel Primär-, zu wenig Sekundärprävention
Älteren Patienten werden Thrombozyten-Aggregations-Hemmer (TAH) häufig nicht angemessen verschrieben – zumindest in Spanien und Italien. Zu...

Blutgerinnung: Finale Daten zu Pradaxa-Antidot veröffentlicht
Der Antikörper Idarucizumab (Praxbind®), der als Antidot gegen den direkten oralen Thrombinhemmer Dabigatran...

Noch mehr Meldungen...

PHARMAZEUTISCHE ZEITUNG ONLINE IST EINE MARKE DER

 












DIREKT ZU