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Blutkrebs: Beste Überlebenschancen für Kinder in Deutschland

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Blutkrebs: Beste Überlebenschancen für Kinder in Deutschland
 


In Deutschland sind die Überlebenschancen für Kinder mit Leukämien weltweit am höchsten. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die Forscher um Dr. Audrey Bonaventure von der London School of Hygiene & Tropical Medicine nun im Fachjournal «The Lancet Haematology» veröffentlicht haben. Insgesamt stiegen demnach seit 1999 die Überlebensraten in fast allen untersuchten Ländern, es bestehen aber immer noch große Unterschiede.
 
Leukämien sind eine heterogene Gruppe von malignen Erkrankungen und die häufigste Krebsart bei Kindern unter 14 Jahren. Die häufigste Form ist die akute lymphatische Leukämie (ALL), die etwa 80 Prozent der Blutkrebsfälle bei Kindern ausmacht. Bei dieser Form sind Vorläuferzellen der Lymphozyten entartet, was zu einer rasch fortschreitenden Knochenmarkinsuffizienz mit Mangel an roten Blutzellen führt. Die zweithäufigste Form ist die akute myeloische Leukämie (AML), bei der der Teil des blutbildenden Systems entartet ist, der für die Bildung von Granulozyten, Monozyten, Erythrozyten und Megakaryozyten verantwortlich ist. Die AML macht etwa 15 Prozent aller Blutkrebserkrankungen bei Kindern aus.
 
Um zu untersuchen, wie sich die Überlebensraten bei ALL und AML in den vergangenen Jahren verändert haben, analysierten die Wissenschaftler um Bonaventure die Daten von fast 90.000 Kindern, die zwischen 1995 und 2009 eine Leukämiediagnose erhalten hatten, aus 198 Registern aus 53 Ländern. Aus den Daten errechneten sie die Fünf-Jahres-Überlebensrate für All und AML für die zwei Zeiträume 1995 bis 1999 sowie 2005 bis 2009. In Deutschland stieg das Überleben für ALL in dieser Zeit von 86 auf 92 Prozent und für AML von 61 auf 78 Prozent an. Damit nimmt Deutschland für beide Diagnosen für den Zeitraum 2005 bis 2009 den Spitzenplatz ein.
 
Auch in anderen Ländern haben sich die Überlebenschancen der Kinder verbessert. So stieg beispielsweise die Fünf-Jahres-Überlebensrate in Großbritannien für ALL von 79 auf 89 Prozent und für AML von 59 auf 68 Prozent an. Eine deutliche Verbesserung der Therapieerfolge war in China zu beobachten: Bei der ALL stieg das Überleben von 11 auf 69 und bei AML von 4 auf 41 Prozent. Die regionalen Unterschiede seien noch sehr deutlich, obwohl zu beobachten sei, dass sich die Schere langsam schließe, schreiben die Forscher. So lebten in Cali in Kolumbien nur etwa 52 von 100 Kindern fünf Jahre nach einer ALL-Diagnose. Auch innerhalb von Europa bestehen zum Teil deutliche Unterschiede. So nimmt Bulgarien bei den Überlebensraten nach AML-Diagnose mit 31 Prozent den letzten Platz ein.
 
«Diese Ergebnisse zeigen das Ausmaß der internationalen Unterschiede im Zugang zur optimalen Versorgung für Kinder mit Krebs», sagt Bonaventure in einer Mitteilung der London School of Hygiene & Tropical Medicine. In vielen Ländern seien noch Verbesserungen in der Versorgung der Kinder mit Krebserkrankungen möglich. Durch den Einsatz zusätzlicher Ressourcen und einen Ausbau von Initiativen wie internationale Kollaborationen und die Etablierung von Therapieleitlinien ließen sich die internationalen Unterschiede abschwächen. (ch)
 
DOI: 10.1016/S2352-3026(17)30052-2
 
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19.04.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Emir Jordamovic
 

 

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