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Hessen: Zu wenig PTA in der Ausbildung

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Hessen: Zu wenig PTA in der Ausbildung
 


In Hessen werden PTA langsam, aber sicher zur Mangelware. Das Land hat sich 2015 völlig aus der Finanzierung der Ausbildung der pharmazeutisch-technischen Assistenten zurückgezogen, ebenso wie Nordrhein-Westfalen bereits im Jahr 2013. «Alle übrigen 14 Bundesländer unterstützen finanziell die Ausbildung und stellen Infrastruktur zur Verfügung», konstatiert der Hessische Apothekerverband heute in einer Pressemitteilung. Da in Hessen die PTA-Ausbildung nun komplett in privater Hand liegt, können mittlerweile nur noch zwei Drittel des benötigten Nachwuchses im Land ausgebildet werden. Die anderen Bundesländer bilden jedoch auch nur gemäß ihrem eigenen Bedarf aus, was bereits jetzt zu einer besorgniserregenden Personalknappheit geführt habe.

Vergangene Woche schilderten der HAV-Vorsitzende Dr. Detlef Weidemann und die stellvertretende Geschäftsführerin Berit Gritzka die Lage dem Arzt und Vize-Chef der CDU-Landtagsfraktion Dr. Ralf-Norbert Bartelt, der zugleich sozialpolitischer Sprecher seiner Fraktion und für Gesundheitspolitik zuständig ist. «Die Situation in Hessen ist nicht zufriedenstellend», so Weidemann. Der HAV habe Vorschläge zur Finanzierung des pharmazeutischen Nachwuchses insbesondere in ländlichen Regionen gemacht. Momentan zahlen PTA-Auszubildende laut Auskunft des HAV rund 400 Euro Schulgeld pro Monat. «Wir hatten ein gutes Gespräch», berichtet Weidemann. Er äußerte sich zuversichtlich, dass gemeinsame Wege gefunden werden, PTA in der Ausbildung zu fördern.

Zwar gibt es laut HAV genug Bewerber für die noch vorhandenen Ausbildungsplätze, doch mussten bereits vor einiger Zeit die auf kommunaler Ebene betriebenen PTA-Schulen in Darmstadt und Kassel schließen. Auch der PTA-Schule in Frankfurt am Main drohte das Aus, doch konnte die Schule zum 1. März 2017 vom bisherigen Träger, der dem HAV nahestehenden Stiftung Collegium Pharmazeutikum, an die Ludwig-Fresenius-Schulen GmbH übergeben werden, teilte der HAV nun mit. Der neue Träger betreibt auch PTA-Schulen in Dortmund, Erfurt, Koblenz, Lübeck, Mühlhausen, Oldenburg und Zwickau. «Für die Apothekerschaft im Rhein-Main-Gebiet und in Hessen ist dies eine erfreuliche Entwicklung, da der traditionelle PTA Ausbildungsstandort Frankfurt in Zukunft weiterentwickelt und ausgebaut wird», so der HAV. Die Stiftung Collegium Pharmazeutikum werde sich weiterhin der Förderung der PTA Ausbildung widmen. (dh)


19.04.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Picture-Factory
 

 

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