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Fachartikel: Hausärzte lesen kaum auf Englisch

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Fachartikel: Hausärzte lesen kaum auf Englisch
 


Nur jeder siebte Hausarzt nutzt englischsprachige Publikationen, um sich medizinisch fortzubilden. Das ergab eine Online-Umfrage des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter 1000 Hausärzten. Als Grund dafür gaben die Befragten Zeitmangel (82 Prozent) oder Sprachbarrieren (75 Prozent) an. Die Mehrheit (74 Prozent) hält es daher für notwendig, dass englischsprachige Quellen auch in deutscher Sprache angeboten werden.
 
Lieber nutzen die Hausärzte hierzulande ärztliche Fortbildungen (77,2 Prozent), Qualitätszirkel (47,9 Prozent) oder das Gespräch mit Kollegen (44,7 Prozent), um sich fachlich auf dem aktuellen Stand zu halten. Knapp zwei Drittel (63,8 Prozent) lesen deutschsprachige Fachinformationen. Versorgungsleitlinien nutzt nur etwa ein Drittel von ihnen. Lediglich 8,6 Prozent informieren sich bei Apotheken.
 
«Insgesamt wird deutlich, dass Hausärzte aktuell eher den persönlichen Austausch im Rahmen von Fortbildungen, Qualitätszirkeln oder im bilateralen Gespräch mit ärztlichen Kollegen oder Pharmareferenten nutzen», sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Auch evidenzbasierte Leitlinien würden zu wenig genutzt. «Solche Informationen könnten beispielsweise verstärkt über die Software der Ärzte Eingang in die Hausarztpraxen finden, um einen schnellen Transfer neuer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis zu ermöglichen.»
 
Obwohl 49 Prozent der befragten Ärzte englischsprachige Publikationen in puncto Qualität und Zuverlässigkeit als grundsätzlich positiv bewerteten, nutzen diese nur knapp 15 Prozent tatsächlich häufig. Nach WidO-Angaben ziehen jüngere Kollegen internationale Journals auffällig häufiger heran.
 
Den Umfrageergebnissen zufolge finden die Ärzte mit 73 Prozent den Qualitätszirkel oder den Austausch mit ärztlichen Kollegen (57 Prozent) als Informationsquelle gut oder sehr gut. An dritter Stelle stehen deutschsprachige Fachpublikationen, die von fast zwei Dritteln der Befragten bevorzugt werden (64 Prozent). Auch die Nationalen Versorgungsleitlinien (65,2 Prozent) oder andere Leitlinien (61,9 Prozent) werden von der Mehrheit der Ärzte mit sehr gut oder gut bewertet. Tatsächlich genutzt haben diese in den vergangenen sechs Monaten allerdings nur 35 Prozent beziehungsweise 28 Prozent von ihnen.
 
Knapp 20 Prozent der Ärzte schätzen auch die Informationen von Apotheken als gut oder sehr gut ein, obwohl weit weniger in der Offizin um Rat fragen. Am wenigsten informieren sich Ärzte über Online-Plattformen (28,2 Prozent) oder Evidenz-Datenbanken (12,1 Prozent). (je)
 
20.03.2017 l PZ
Foto: Fotolia/pictworks
 

 

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