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Cannabis auf Rezept: Ärger um Kostenübernahme droht

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Cannabis auf Rezept: Ärger um Kostenübernahme droht
 


Die deutschen Krankenkassen bezweifeln, dass sie die Kosten von Cannabis-Therapien langfristig übernehmen. «Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit», sagte ein Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei es richtig, dass die Bundesregierung bei der Bundesopiumstelle eine neue Studie in Auftrag gegeben habe, welche die Wirkungen von Cannabis weiter erforschen soll. Auf deren Basis werde sich in einigen Jahren zeigen, «ob die Cannabis-Therapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört», erklärte der Verband.
 
Durch ein neues Gesetz, das am 10. März in Kraft trat, können Schwerkranke auf Rezept Cannabis in der Apotheke erhalten. Krankenkassen müssen die Therapie-Kosten übernehmen. Dazu muss der Patient vor Therapiebeginn einmalig die Kostenübernahme bei seiner Krankenkasse beantragen. Infrage kommt eine Cannabis-Verordnung nur, wenn alle anderen Therapieoptionen ausgeschöpft sind und für die Indikation die Aussicht auf Besserung besteht.
 
Das Gesetz sieht monatliche Behandlungskosten von im Schnitt 540 Euro vor. Der Wirkstoff von Cannabis kann etwa die Spastiken von MS-Patienten lindern und bei chronischen Schmerzen helfen. Die Wirksamkeit ist aber noch nicht für alle potenziellen Anwendungsgebiete erforscht. Die Bundesopiumstelle will daher begleitend zum neuen Cannabis-Gesetz Daten zu Therapien binnen fünf Jahren analysieren.
 
Wie viel Cannabis hierzulande benötigt wird, ist noch unklar. Das BfArM multipliziert die 1000 Patienten, die bislang Ausnahmegenehmigungen hatten, mit einem Tagesbedarf von einem Gram- und kalkuliert so allein für sie mit 365 Kilogramm pro Jahr. Mit der ersten Ernte unter Staatsaufsicht rechnet das BfArM im Jahr 2019. Bis dahin kontrolliert wie bisher die Bundesopiumstelle den Cannabis-Import.
 
Der Deutsche Hanfverband erwartet einen «massiven Anstieg» der Therapie-Zahlen. «Einige hunderttausend Menschen könnten hierzulande von Cannabis-Behandlungen profitieren», sagt Geschäftsführer Wurth. Für Firmen sei das ein gutes Geschäft. «In Colorado mit seinen sechs Millionen Einwohnern wurden vergangenes Jahr 400 Millionen Dollar mit Cannabis-Therapien umgesetzt», berichtet er. Und in den Bundesstaaten New Mexiko oder Hawaii würden etwa 1 Prozent der Bevölkerung mit Cannabis behandelt – das entspreche in Deutschland gut 800.000 Menschen.


Lesen Sie dazu auch
Cannabinoide: Breites Spektrum, schmale Evidenz, PZ 08/2017
 
Mehr zum Thema Cannabis
 
15.03.2017 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/JanMika
 

 

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