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Digitalisierung in der Apotheke: Einfach anfangen

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Digitalisierung in der Apotheke: Einfach anfangen
 


Die öffentlichen Apotheken gehören in der Regel nicht zur Speerspitze der digitalen Revolution. Joss Hertle, Geschäftsführender Gesellschafter der Nürnberger Digitalagentur Xeomed, hält dies für einen Fehler. Vielmehr sollten auch kleinere Unternehmen wie Apotheken die digitalen Möglichkeiten zur Kundengewinnung und für das Kundenbeziehungsmanagement nutzen, sagte Hertle beim Kooperationsgipfel des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen in München. Daten seien «das Öl des 20. Jahrhunderts». Sie seien heute die wertvollste Währung überhaupt.
 
Es sei kein Widerspruch, wenn eine Apotheke im globalen Netz eine eigene Präsenz aufbaue. Es gebe eine Reihe von Strategien für die Vor-Ort-Apotheke, sich dort sichtbar zu machen. So könne eine Apotheke mit besonderen digitalen Services und Kompetenzen Kunden gewinnen. Zudem hätten immerhin 20 Prozent der Suchanfragen im Netz einen lokalen Bezug. Ihre Bedeutung steige kontinuierlich. Die Sichtbarkeit des eigenen Unternehmens lasse sich auch über eine gemeinsame Plattform unterschiedlicher Anbieter steigern. Das könnten andere Apotheken mit einem ähnlichen Schwerpunkt sein oder Unternehmen anderer Branche aus derselben Region. Neben der Sichtbarkeit seien Erreichbarkeit und Differenzierung weitere wichtige Kriterien.
 
Ein wichtiges digitales Werkzeug für die Apotheke ist laut Hertle ein System für das Kundenbindungsmanagement mit einer Schnittstelle zur Warenwirtschaft, ebenso die mobile Kommunikation mit den Kunden über WhatsApp, Facebook oder andere mobile Dienste. Eine deutliche Vereinfachung der Kundenbindung lasse sich auch über digitale Kundenkarten erzielen, sagte Hertle – der allerdings an keiner Stelle darauf einging, was Apotheken mit den Daten ihrer Kunden machen dürfen und was nicht. Dazu gehört auch der Umgang mit WhatsApp. Juristen sehen hier Probleme, vor allem, wenn der Apotheker seine Kunden aktiv auffordert, diesen Kommunikationsweg zu benutzen.
 
Hertle rät Apothekern, die eine Präsens im Web anstreben, nicht auf Perfektion zu setzen, sondern ins kalte Wasser zu springen und einfach anzufangen, zu testen, was geht, den Erfolg zu messen und zu optimieren. Die Digitalisierung schreite so schnell voran, dass Onlinestrategien von Unternehmen grundsätzlich fortwährende Baustellen seien. Ob dies allerdings der Vorstellung der Apotheker entspricht, ist zweifelhaft. (dr)
 
17.02.2017 l PZ
Foto: Fotolia/vege
 

 

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