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Formicamycine: Neue Antibiotika aus Ameisen

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Formicamycine: Neue Antibiotika aus Ameisen
 


Eine baumbewohnende Ameise aus Kenia hat es über Nacht zur Berühmtheit gebracht: Tetraponera penzigi. Diesen Namen sollte man sich merken, zumindest wenn man sich für Antibiotika-Forschung interessiert. Die possierlichen Tierchen sind nämlich von der neu entdeckten Bakterienart Streptomyces formicae besiedelt, aus der Wissenschaftler des John Innes Centre und der University of East Anglia in Norwich die neue Antibiotika-Klasse der Formicamycine isolierten. In beiden Fällen stand die Ameise, Lateinisch formica, für den Namen Pate.

Formicamycine sind Polyketide mit einer seltenen pentazyklischen Struktur, berichten die Forscher um Zhiwei Qin im Fachjournal «Chemical Science». Labortests hätten gezeigt, dass sie sowohl gegen Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) als auch gegen Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) wirksam sind, zwei wegen ihrer Resistenzen problematischen Erregergruppen. Bei den Versuchen stellten die Forscher zudem fest, dass die Bakterien kaum Resistenzen gegen die Formicamycine entwickelten, selbst wenn die Wirkstoffe nur sehr niedrig dosiert wurden. Weitere Untersuchungen müssen jetzt zeigen, ob die neue Antibiotika-Klasse beim Menschen ausreichend wirksam und verträglich ist.

Tetraponera penzigi lebt in der Natur in Symbiose mit einer Akazienart. Die Ameisen bewohnen sogenannte Domatia, kleine Hohlräume, die in der Evolution der Pflanze einzig dafür entstanden sind, die Insekten zu beherbergen. In den Domatia züchten die Ameisen Pilze, von denen sie sich ernähren. Im Gegenzug schützen die Ameisen die Pflanze vor Fressfeinden, zum Beispiel Elefanten. (am)

DOI: 10.1039/C6SC04265A
 
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17.02.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Aukid
(Abgebildet ist die verwandte Art Tetraponera rufonigra, die in Asien beheimatet ist.)
 

 

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