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Vorbildfunktion: Eltern beeinflussen Alkoholkonsum der Kinder

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Vorbildfunktion: Eltern beeinflussen Alkoholkonsum der Kinder
 


Der Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen hängt stark vom Trinkverhalten der Eltern ab. Darüber berichtet die DAK-Gesundheit anlässlich einer repräsentativen Befragung von 1000 Müttern und Vätern mit Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren. «21 Prozent der Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Kind zu viel Alkohol trinken könnte», erklärt Andreas Storm, Vorstandschef der Krankenkasse, in einer Pressemitteilung. Laut der Studie gehen auch zwei Drittel der befragten Eltern davon aus, dass sie beim Alkoholkonsum Vorbild sein müssten. Dabei zeige jedoch fast ein Drittel (32 Prozent) von ihnen selbst ein riskantes Trinkverhalten, bei den Vätern sogar 39 Prozent. Bei 23 Prozent der Eltern komme es mindestens einmal im Monat zum Rauschtrinken. Von den Kindern der Befragten haben laut DAK-Befragung 41 Prozent bereits Alkohol getrunken, bei den zwölf- bis 13-Jährigen sind es 8 Prozent. 20 Prozent hatten bereits einen Alkoholrausch, jeder Zehnte unter den 16- bis 17-Jährigen sogar mehrfach.
 
«Bei hohem Alkoholkonsum der Eltern erhöht sich auch bei ihren Kindern das Risiko zum Rauschtrinken», erklärt Professor Dr. Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord). Dass der Einfluss des Elternverhaltens stärker ist als bislang angenommen, fand Hanewinkel anhand einer über neun Jahre andauernden Langzeitstudie über die Entwicklung von riskantem Alkoholverhalten bei Heranwachsenden heraus. «Zwölfjährige, deren Eltern regelmäßig Alkohol konsumieren, haben im Erwachsenenalter ein drei Mal höheres Risiko für das Rauschtrinken als Kinder aus Familien, in denen nie Alkohol getrunken wird.»
 
Angesichts der Studienergebnisse betont auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, die Vorbildfunktion der Eltern beim Alkoholkonsum: «Auch wenn heute in Deutschland weniger Alkohol getrunken wird als vor 20 Jahren – Alkoholmissbrauch ist und bleibt eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen. Gut ist, dass Eltern heute viel mehr als früher in der Lage sind, mit ihren Kindern offen über Alkohol zu reden. Wichtig ist aber, dass sie auch ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Wasser predigen und Wein trinken, das geht nicht.»
 
Den Ergebnissen der Langzeituntersuchung des IFT-Nord zufolge spielt auch der Zeitpunkt der ersten Rauscherfahrung eine entscheidende Rolle. «Wenn wir es schaffen, den Einstieg beim Alkoholkonsum zu verzögern, hat das einen positiven Effekt», so Hanewinkel. So hätten Kinder, die bereits mit zwölf oder 13 Jahren Rauscherfahrung vorwiesen, als junge Erwachsene zu 55 Prozent einen riskanten Alkoholkonsum gezeigt. Schüler, die in diesem frühen Alter noch rauschfrei waren, dagegen nur zu 46 Prozent.
 
«Die Untersuchungen zeigen, wie wichtig die frühzeitige Aufklärung über die Risiken und Gefahren von Alkoholmissbrauch ist», sagt Storm. Das bestätige die Fortsetzung der bundesweiten Aufklärungskampagne «bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen». An der mehrfach ausgezeichneten Präventions- und Kommunikationskampagne haben in den vergangenen mehr als 80.000 Schüler im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren teilgenommen. (ke)
 
Zur Kampagne «bunt statt blau» 
 
16.02.2017 l PZ
Foto: Fotolia/Eléonore H
 

 

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